Löws Co-Trainer im Interview Die Co-Trainer über die eigene Karriere als Spieler

Sport: Marko Schumacher (schu)
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Herr Schneider, Sie waren auch mal Nationalspieler - zumindest wurden sie 1996 von Berti Vogts dreimal in den Kader berufen. Gespielt haben Sie nie. Warum nicht?
Schneider: Dieter Eilts war immer angeschlagen und Berti hat gesagt: Wenn Dieter nicht spielen kann, bist du drin. Aber der Dieter hat immer gespielt.
Wie haben Sie Ambiente und Stimmung wahrgenommen, auch im Vergleich zu heute?
Schneider: Es war damals eine andere Generation. Es war alles rauer, auch im Training. Die Spieler waren untereinander härter, es ging anders zur Sache. Heute ist das Training auch hochintensiv, aber wir Trainer versuchen die Verletzungsgefahr zu minimieren. Damals waren schon einige Recken dabei, da ging es ordentlich zur Sache.
Haben Sie beide das Gefühl, aus Ihrer aktiven Karriere das Optimale herausgeholt zu haben?
Sorg: Ich habe sechs Jahre in der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart gespielt. Damals wurde bei den Profis eher der Ersatztorwart eingewechselt als ein Amateurspieler. Wenn heute einer bei den Amateuren in fünf Spielen acht Tore erzielt, sitzt er im nächsten Spiel bei den Profis auf der Bank.
Warum hat es bei Ihnen nicht gereicht?
Sorg : Ich hatte ein überragendes erstes Jahr beim VfB II. Doch damals bildeten Fritz Walter und Jürgen Klinsmann den Sturm bei den Profis. Arie Haan war Cheftrainer. Als ich am Ende der Saison ein Gespräch mit ihm hatte, sagte er: ‚Super Jahr, Junge. Und jetzt bitte nochmal so ein Jahr. Dann sehen wir weiter.’ Heute genießen junge Spieler eine andere Wertschätzung und werden oft früh an die Profis herangeführt.
Schneider: Ich bin dankbar für die Karriere, die ich hatte. Mit 18 Jahren habe ich mein erstes Bundesligaspiel gemacht. Kurz danach war die Karriere dann eigentlich wieder vorbei, weil ich mir eine schwere Rückenverletzung zuzog. Ich konnte zwei Jahre nicht spielen. Später kam dann noch die Geschichte mit dem Zeckenbiss, der nicht richtig behandelt wurde. Letztlich war einfach nicht mehr drin für mich. Ich habe 12, 13 Jahre lang Fußball gespielt, hätte vielleicht auch 400 Bundesligaspiele machen können, am Ende waren es 150. Die vielen Verletzungen haben mich aber auch persönlich geprägt. Als junger Spieler ist mir beim VfB in der Jugend alles zugeflogen. Dann musste ich Disziplin lernen.




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