Ludwigsburg 5300 Euro pro Quadratmeter sind spitze

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Bauland ist in Ludwigsburg rar geworden. Gutachter legen den Grundstücksbericht für 2014 vor.

Teures Pflaster: im Bereich Bismarckstraße werden Rekordsummen gezahlt . Foto: factum/Weise
Teures Pflaster: im Bereich Bismarckstraße werden Rekordsummen gezahlt . Foto: factum/Weise

Ludwigsburg - Eine Immobilienblase haben wir nicht. Auch wenn die Nachfrage ungebrochen ist.“ Bei der Vorstellung des Grundstücksmarktberichts und der neuen Bodenrichtwerte für Ludwigsburg konnte Albrecht Bogner beruhigen. Die Preissteigerungen bei Wohnbauland als auch bei Neubauten seien mit etwa zwei Prozent gegenüber 2013 moderat ausgefallen. Der ehemalige Baubürgermeister stellte gemeinsam mit seinen Kollegen vom Gutachterausschuss die neuesten Zahlen vor. Die weisen allerdings auch ein paar Ausreißer nach oben aus: bei den Baulandpreisen rangieren zurzeit die Bezirke Nord und Süd ganz oben.

Erwerb von Bestandsgebäuden

Die Diagnose von Hans Schmid, dem Vorsitzenden des Gutachterausschusses, ähnelte der von 2012 und 2013: „Es gibt einen Mangel an Bauflächen in Ludwigsburg.“ Der Gemeinderat habe zwar verschiedene Flächen für die Wohnbebauung ausgewiesen, konkrete Planungen aber gebe es nicht. Zum einen hakt es beim Aufkauf der Grundstücke, zum anderen tat sich das Gremium zuletzt immer wieder schwer damit, auch wirklich die nötigen Weichen zu stellen. Etwa im Entwicklungsgebiet Ost, für das schon seit zwei Jahren preisgekrönte Architektenentwürfe vorliegen.

Schmid, ebenfalls Exbaubürgermeister von Ludwigsburg, verweist auf die Homepage der Stadt: Dort stehe, dass in den nächsten ein bis zwei Jahren mit einer Bebauung auf den ausgewählten Flächen zu rechnen sei. Die Nachfrage nach Immobilien sei weiterhin hoch. Sie verlagere sich aber zusehends auf den Erwerb von Bestandsgebäuden. Mit der Folge, dass mehr ältere Häuser als in den Vorjahren den Besitzer wechselten: insgesamt 233, das entspricht einem Plus von 31 Prozent. Die Quadratmeterpreise pendelten entsprechend von 1650 Euro für ein Gebäude aus der Nachkriegszeit bis zu 3285 Euro für eines aus dem Baujahr 2005.

Preissteigerung bei den raren Neubauwohnungen bewegten sich im Bereich zwischen fünf und neun Prozent. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis lag hier bei 3334 Euro, sagte Olaf Dienelt, der Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Die Bandbreite in der Innenstadt reichte zumeist von 4400 bis 5000 Euro. In der City wurden aber auch Spitzenwerte von 5300 Euro pro Quadratmeter gezahlt.

Die Baulandpreise für ein erschlossenes Grundstück liegen im Schnitt bei 510 Euro. Günstiger sind die Grundstücke in Eglosheim, Poppenweiler oder Grünbühl, wo der Quadratmeter auf 400 bis 415 Euro kommt. Am teuersten sind dagegen die Bezirke Nord und Süd, wo der Quadratmeter Bauland auf 605 bis 610 Euro geklettert ist. „Es geht dabei vor allem um Flächen in den Favoritegärten und im Gebiet zwischen Bismarck- und Stresemannstraße“, sagt Dienelt. Mit diesen Summen wurde der frühere Rekordhalter Oßweil abgelöst. In dem Stadtteil wurden im Jahr 2014 Baulandpreise bis 555 Euro gezahlt.

Statistische Werte

Im Gutachterausschuss sind 26 Bauexperten und Laien ehrenamtlich damit befasst, Gutachten zu erstellen, aber auch Bodenrichtpreise zu ermitteln. Das geschieht auf der Basis der von den Notaren übermittelten Kaufverträge. „Unsere Werte werden zwar auf der Basis von Statistiken ermittelt“, sagt Schmid, „sie sind aber trotzdem sehr genau.“ Sie könnten Käufern und Verkäufern wichtige Orientierung bieten.




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