Ludwigsburg Harold und Holly werden Bühnenstars

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Der Ludwigsburger Theatersommer geht mit zwei Adaptionen der Filmklassiker „Harold und Maude“ und „Frühstück bei Tiffany“ in die neue Saison. Für Kinder gibt es ein Wiedersehen mit „Pettersson und Findus“.

Vorhang auf: Christiane Wolff zeigt, dass es im Clussgarten ab sofort Wände und Vorhänge gibt, die  nicht den Blick, wohl aber den Lärm behindern sollen. Foto: factum/Granville
Vorhang auf: Christiane Wolff zeigt, dass es im Clussgarten ab sofort Wände und Vorhänge gibt, die nicht den Blick, wohl aber den Lärm behindern sollen. Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - Truman Capote wollte Marylin Monroe für die Rolle, doch dann spielte Audrey Hepburn Miss Holly Golightly – und machte sie zu einer Ikone der Sechziger. Als sich jetzt Regisseur Peter Kratz vom Ludwigsburger Theatersommer an das Casting für die Rolle des Partygirls „Nimm’s leicht!“ machte, konnte er sich vor Bewerbungen kaum retten. Mehr als 300 Schauspielerinnen wollten unbedingt die exzentrische Frau aus Truman Capotes „Frühstück bei Tiffany“ verkörpern. „Manche schrieben sogar, dass sie nur deshalb Schauspielerinnen geworden seien, weil sie einmal im Leben die Holly spielen wollten“, sagt Kratz. Am Ende wurde Christiani Wetter ausgewählt. Nächste Woche beginnen die Proben, am 30. Juli ist Premiere.

In der neuen Saison der Freilichtbühne im Clussgarten wird es mit „Harold und Maude“ noch eine zweite Adaption vom Film zur Bühne geben. Im Kindertheater wird das Stück „Pettersson und Findus“ gezeigt, als Wiederaufnahme kommen noch einmal Schillers „Räuber“ zurück. Im Rahmen des Garten-Eden-Projekts der Kulturregion hat Peter Kratz eine Collage aus diversen Stücken von Samuel Beckett zu einem Programm unter dem Titel „Garten von Godot“ montiert.

Beckett im lauschigen Garten

Üblicherweise erinnert die Szenerie in den klassischen Beckett-Stücken gerade nicht an das Paradies, statt Eden gibt es apokalyptische Endzeitwelten. „Aber doch mit Bezug zur Natur“, meint Peter Kratz. Auch wenn diese oft nur noch in Spurenelementen vorkommt. Er habe sich gefragt, wie es sich auswirken könnte, wenn Becketts Monologe, Dialoge oder Pantomimen in einem ausgesprochen üppig blühenden Garten spielten. Wer wissen will, wie die Stücke im lauschigen Park gedeihen, kann sich von 25. Juni an selbst überzeugen. Kratz bedient sich dafür bei „Rockaby“, „Bruchstücke“ und „Akt ohne Worte“. Gespielt wird auf mehreren kleinen Bühnen, die eigens dafür im Clussgarten eingerichtet worden sind; die Zuschauer dürfen von Bühne zu Bühne wandern.

Im Kindertheater kommen „Pettersson und Findus“ wieder, und dafür liegen schon jetzt 3000 Anmeldungen aus Schulen im Kreis vor. Das Stück für Kinder von vier Jahren an hat Regisseurin Christiane Wolff mit Liedern garniert – meist Abba-Songs, denen ein neuer Text unterlegt wurde. Insgesamt sind 19 Aufführungen geplant, im vergangenen Jahr gab es nur 14 Vorstellungen der Kinderstücks. Mit Friedrich Schillers „Die Räuber“ gibt es eine weitere Wiederaufnahme. Aufgrund des Erfolgs im Vorjahr, wo es schon fünf Zusatzvorstellungen des Sturm-und-Drang-Dramas gegeben hatte, sind in diesem Sommer acht weitere Aufführungen gebucht worden.

Keine Handys, kein Konsum

Mit Harold und Maude verbinden die Freilichttheatermacher die Hoffnung, junge Zuschauer in ihren kleinen Park locken zu können. „Wir haben festgestellt, dass das leider kaum noch jemand von der jungen Generation kennt“, sagt Christiane Wolff. Dabei sei es eine herausragende Geschichte, in der einem Jugendliche Wert vermittelt werden: „Es geht eben nicht nur um Leistungsdruck, Handys und Konsum.“

Nachdem die Macher des Theatersommers im vergangenen Jahr einen unerwartet hohen Zuschauerzuwachs erlebt haben, konnten sie etwas durchatmen. „Die 17 000 Besucher sind wohl nicht mehr zu toppen“, sagt Kratz. Und hofft insgeheim, dass es doch auch 2014 noch einmal mehr werden.




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