Luftangriffe auf türkische Soldaten in Idlib Nato hält nach Eskalation in Syrien Sondersitzung ab

Von red/AFP/dpa 

Nach syrischen Luftangriffen auf die Stadt Idlib, bei denen 33 türkische Soldaten ums Leben kamen, hat die Türkei eine Nato-Sondersitzung einberufen. Die EU ruft zu einem sofortigen Ende der Eskalation auf.

Bei Luftangriffen auf Idlib wurden 33 türkische Soldaten getötet. Foto: AFP/OMAR HAJ KADOUR
Bei Luftangriffen auf Idlib wurden 33 türkische Soldaten getötet. Foto: AFP/OMAR HAJ KADOUR

Idlib/ Brüssel - Nach der militärischen Eskalation in der syrischen Provinz Idlib mit 33 getöteten türkischen Soldaten kommt der Nordatlantikrat der Nato am Freitag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Die Türkei habe um das Treffen der 29 Nato-Botschafter nach Artikel 4 der Nato-Verträge gebeten, teilte das Militärbündnis in Brüssel mit. Die türkische Regierung forderte eine Flugverbotszone in Idlib. Bei türkischen Angriffen in der Provinz starben am Freitag nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 16 syrische Soldaten.

Türkei fordert internationalen Beistand

Der Nordatlantikrat ist das wichtigste Entscheidungsgremium der Nato. Gemäß Artikel 4 der Nato-Verträge kann jedes Mitglied eine Dringlichkeitssitzung beantragen, wenn es seine „territoriale Integrität, politische Unabhängigkeit oder Sicherheit“ gefährdet sieht.

Angesichts der militärischen Eskalation in Syrien forderte die Türkei internationalen Beistand. Die Weltgemeinschaft müsse „handeln, um Zivilisten zu schützen“ und eine Flugverbotszone in Idlib einrichten, schrieb der Kommunikationschef der türkischen Präsidentschaft, Fahrettin Altun, im Kurzbotschaftendienst Twitter.

„Millionen Zivilisten“ in Nordwestsyrien würden „seit Monaten“ bombardiert, schrieb Altun weiter. Die syrischen Regierungstruppen griffen Schulen und Krankenhäuser „systematisch“ an. Es handele sich um einen „Völkermord“ und „demographische und ethnische Säuberung“. Die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad ziehe seit Jahren Nutzen aus dem „internationalen Schweigen zu ihren Verbrechen“.

Türkei antwortet auf syrische Luftangriffe

Am Donnerstag war der militärische Konflikt zwischen der Türkei und den syrischen Regierungstruppen dramatisch eskaliert. Bei syrischen Luftangriffen auf Stellungen der türkischen Armee wurden nach türkischen Angaben 33 Soldaten getötet, dutzende weitere wurden verletzt. Die Türkei reagierte mit Vergeltungsangriffen, bei denen am Freitag 16 syrische Soldaten getötet wurden, wie die Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Nato-Chef Jens Stoltenberg rief zur Deeskalation auf. In einem Telefonat mit dem türkischen Außenminister verurteilte er die „willkürlichen“ Luftangriffe.

Auch die EU hat zum sofortigen Ende der Eskalation in Syrien aufgerufen. Es gebe das Risiko einer „größeren, offenen internationalen militärischen Konfrontation“, schrieb der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Freitag auf Twitter. Zugleich stellte er „alle nötigen Maßnahmen“ in Aussicht, um die Sicherheitsinteressen der EU zu schützen. Welche das sein könnten, sagte er nicht. Der Konflikt verursache unerträgliches menschliches Leid und bringe Zivilisten in Gefahr. „Die EU ruft alle Seiten zur schnellen Deeskalation auf.“




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