InterviewLutz Siebrecht, Sportlicher Leiter der Stuttgarter Kickers „Wir haben an Körpergröße, Robustheit und Stabilität gewonnen“

Von Jürgen Frey 

Mit vier Zugängen erhöht Oberligist Stuttgarter Kickers die Aufstiegs-Wahrscheinlichkeit. Der Sportliche Leiter Lutz Siebrecht erklärt, was er sich von den Neuen verspricht und wie sich die Blauen die Verstärkungen leisten können.

Lutz Siebrecht blickt optimistisch in die Zukunft: Der Sportliche Leiter nahm in der Winterpause Umstrukturierungen vor, um die Qualität im Kader der Stuttgarter Kickers zu erhöhen. Foto: Baumann 13 Bilder
Lutz Siebrecht blickt optimistisch in die Zukunft: Der Sportliche Leiter nahm in der Winterpause Umstrukturierungen vor, um die Qualität im Kader der Stuttgarter Kickers zu erhöhen. Foto: Baumann

Stuttgart - In den vergangenen Jahren wurden bei den Stuttgarter Kickers in der Winterpause vor allem Liquiditätslücken gestopft. Inzwischen wird beim Fußball-Oberligisten offenbar besser gewirtschaftet, denn vier neue Spieler konnten verpflichtet werden. Der Sportliche Leiter Lutz Siebrecht äußert sich zu den Hintergründen und sagt, warum sich für ihn an der Ausgangsposition nichts geändert hat.

Herr Siebrecht, wie froh sind Sie über den sofortigen Wechsel von Ruben Reisig zu den Stuttgarter Kickers?

Sehr froh. Wir hatten ja bereits die Zusage des Spielers für einen Wechsel im Sommer.

Beim SSV Reutlingen gab es Ende vergangener Woche einen Spielerstreik, weil der Verein einige Spieler nicht bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) angemeldet hatte. Hat diese Unruhe den Wille des Spielers verstärkt, sofort zu wechseln?

Ich glaube nicht. Wir standen schon lange mit dem Spieler in Kontakt. Es war von Beginn an der Wunsch des Spielers und von uns, dass sich der Wechsel schon in der Winterpause realisieren lässt.

Wie hoch ist die Ablösesumme?

Wir werden uns öffentlich nie zu Vertragsinhalten äußern, das haben wir noch nie gemacht.

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Ruben Reisig ist nach David Braig, Nikola Trkulja und Theo Rieg der vierte Winter-Neuzugang. Vor allem die Konkurrenz staunt – und fragt sich: Sind die Kickers auf Öl gestoßen?

Nein, und wir waren auch nicht bei unserem Partner, der Spielbank Stuttgart, erfolgreich (lacht). Spaß beiseite, wir haben nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung, im Gegenteil. Wir möchten die Mittel möglichst effizient einsetzen und bewegen und in unserem Budgetrahmen. Man darf ja auch nicht vergessen, dass wir Umstrukturierungen vorgenommen haben und fünf Spieler im Winter abgegeben haben.

Davon aber drei Eigengewächse, die den Etat nicht groß belastet haben.

Neben Erman Kilic, Berkant Cetinkaya und Kelecti Nkem haben wir Daniel Niedermann und Shkemb Miftari abgegeben. Zudem wurde unser Abgang Tim Wöhrle Ende August nicht eins zu eins ersetzt. Und Leander Vochatzer fällt mit seinem Mittelfußbruch möglicherweise lange aus und wird zeitanteilig von der Krankenkasse bezahlt.

Mit den Neuzugängen wird die Favoritenrolle für den Spitzenreiter Stuttgarter Kickers noch eindeutiger.

Für uns hat sich an der Ausgangsposition nichts verändert. Wir haben durch die Zugänge alle Positionen doppelt besetzt, jeden Mannschaftsteil verstärkt, an Körpergröße, Robustheit und Stabilität gewonnen. Insgesamt haben wir mehr Qualität im Kader, doch die haben unsere Konkurrenten auch.

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Vor allem der VfB Stuttgart II?

Ja, klar. Der VfB II kann Profispieler einsetzen. Das ist noch einmal eine ganz andere Kategorie. Was nichts daran ändert: Wir wollen unsere aktuelle Position in der Spitzengruppe festigen, was definitiv ein hartes Stück Arbeit wird. Zunächst müssen wir unsere neuen Spieler integrieren.

Nur Ruben Reisig hatte in der Vorrunde Wettkampfpraxis.

Die anderen drei Spieler kommen nur aus dem Trainingsbetrieb, deshalb ist es umso wichtiger, dass sie in der Vorbereitung Spielpraxis sammeln. Die nächste Möglichkeit bietet sich schon an diesem Donnerstag in Hoffeld gegen Regionalligist TSG Balingen.

Wer ist aus dem aktuellen Kader noch nicht einsatzbereit?

Bleron Visoka und Marvin Weiss sind am Montag ins Mannschaftstraining eingestiegen. Schritt für Schritt werden sie herangeführt. Es wäre schön, wenn bis zu unserem Punktspielstart am 29. Februar gegen den FSV 08 Bissingen alle Spieler zur Verfügung stünden.

Wir haben einige Fotos der Kickers-Neuzugänge zusammengestellt. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie.

Winterfahrplan der Kickers

Donnerstag, 30. Januar, 18.30 Uhr: Testspiel Kickers – TSG Balingen (Kunstrasenplatz des SV Hoffeld).

Samstag, 1. Februar, 13 Uhr: Testspiel SKV Rutesheim – Kickers (Stadion des SKV Rutesheim, Robert-Bosch-Str. 55, 71277 Rutesheim).

Samstag, 8. Februar, 14 Uhr: Testspiel TSG 1899 Hoffenheim II – Kickers in Hoffenheim.

Samstag, 15. Februar, 14 Uhr: Testspiel FC Augsburg II – Kickers (Paul-Renz-Sportanlage, Donauwörther Str. 170, 86154 Augsburg).

Samstag, 22. Februar, 14 Uhr: Testspiel Kickers – FV Illertissen (ADM-Sportpark oder Großraum Stuttgart, je nach Wetterlage).

Samstag, 29. Februar, 14 Uhr: Erstes Oberligaspiel nach der Winterpause Kickers – FSV 08 Bissingen (Gazi-Stadion auf der Waldau).

Samstag, 7. März, 14 Uhr: Zweites Oberligaspiel nach der Winterpause SV Sandhausen II – Kickers.