Markus Miller im Interview „Ich bereue nichts“


Sie haben einmal gesagt: „Der KSC war das Wohligste, wo ich war.“ Stimmt das immer noch?
Ja. Die Atmosphäre war wirklich besonders familiär. Als wir damals in der Bundesliga spielten, war das auch eines unserer Erfolgsgeheimnisse. Wir haben beim KSC aus wenig viel gemacht. Beim VfB sind die Voraussetzungen natürlich ganz anders. Das sieht man nicht nur an der Jugendarbeit, sondern vor allem auch an der Arena. Das Wildparkstadion in Karlsruhe bräuchte nach meinen Eindrücken inzwischen dringend eine Modernisierung.

Haben Sie eigentlich noch die Hoffnung, dass es mit einem Bundesligaspiel für Hannover klappt? Seit Ihrem Wechsel 2010 vom KSC zu 96 warten Sie schon darauf.
Die Situation war am Anfang sicher ungewohnt. Aber man wird mit dem Alter ja auch gelassener. Ich trainiere hart, gebe mein Bestes und mache weiter. Im Fußball kann viel passieren.

2011 haben Sie Ihre Burn-Out-Erkrankung öffentlich gemacht. War es die richtige Entscheidung?
Absolut, auch wenn es eine intensive Zeit war, bin ich froh, es getan zu haben. Ich bereue nichts.

Wie hat sich das auf Ihre weitere Karriere ausgewirkt?
Leistung muss ich natürlich immer noch bringen, das ist das entscheidende Kriterium. Und ich merke ja auch, dass die Verantwortlichen in Hannover das honorieren. Mein Vertrag endet nach der Saison und die Signale für eine Verlängerung sind positiv. Ich würde auch gerne bleiben.

Schaut die Hannoveraner Mannschaft noch auf Platz vier?
In der Tabelle geht es gerade ja extrem eng zu: fünf Punkte Rückstand auf Platz vier, zwei Zähler auf Rang sechs. Wir wollen in der kommenden Saison zum dritten Mal in Folge international spielen. Deshalb stehen für uns noch sieben Endspiele in der Bundesliga an. Und die Partie gegen Stuttgart wird ein besonders hartes Stück Arbeit.

Haben Sie eigentlich noch Kontakt zum VfB?
Auch wenn sich mittlerweile viel in Stuttgart getan hat, kenne ich noch einige Leute: den Zeugwart Michael Meusch, Christian Gentner, Fredi Bobic oder den Torwarttrainer Andreas Menger. Überhaupt werden meine baden-württembergischen Wurzeln nie verloren gehen. Dort habe ich meine Frau kennengelernt. Und auch meine Schwiegereltern wohnen in der Nähe von Stuttgart.