Medaillenjubel bei Ski-WM Wellinger und Eisenbichler holen Silber und Bronze

Andreas Wellinger (l) und Markus Eisenbichler aus Deutschland freuen sich über ihre Podestplätze bei der Flower Ceremony. Foto: dpa
Andreas Wellinger (l) und Markus Eisenbichler aus Deutschland freuen sich über ihre Podestplätze bei der Flower Ceremony. Foto: dpa

Die Skispringer Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler holen bei der WM Silber und Bronze. Das DSV-Team stockt seine Ausbeute damit auf sechs Medaillen auf. Auch die Langläufer überzeugen im Skiathlon, wo Marit Bjørgen einen Rekordsieg feiert.

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Lahti - Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler haben die Medaillenbilanz der deutschen Ski-Asse bei den Weltmeisterschaften weiter aufpoliert. Das bayerische Skisprung-Duo sprang am Samstag in Lahti hinter dem Österreicher Stefan Kraft zu Silber und Bronze auf der Normalschanze. Damit hat das DSV-Team nach drei Wettkampftagen bereits sechsmal Edelmetall gewonnen. Schon an diesem Sonntag sollen im Teamwettbewerb der Nordischen Kombinierer und im Skisprung-Mixed weitere Medaillen folgen.

„Das ist ein Riesenerfolg. Ich bin so dankbar. Man hat gesehen, das deutsche Skispringen funktioniert“, sagte Bundestrainer Werner Schuster nach dem spannenden Wettkampf auf dem kleinen Bakken. Nach Sprüngen auf 96,5 und 100 Meter musste Team-Olympiasieger Wellinger nur Kraft, der auf 99,5 und 98 Meter kam, knapp den Vortritt lassen.

„Ich habe ihm das Leben schwer gemacht, aber er war heute einfach der Beste“, sagte Wellinger. „Schon beim Absprung habe ich im Finale gemerkt: Der Sprung wird geil. Die beiden Sprünge sind mir brutal gut gelungen.“ Am Ende fehlten ihm nur 2,1 Punkte zu Gold. Dennoch war die Freude über das erste WM-Edelmetall groß. „Die Medaille bekommt einen besonderen Platz“, sagte der 21-Jährige.

Eisenbichler katapultierte sich nach Platz hsechs im ersten Versuch mit der Tagesbestweite von 100,5 Metern noch auf das Podest und stellte danach fest: „Nach der harten Arbeit und den Verletzungen ist es für mich eine extreme Genugtuung, dass man merkt, man hat das alles nicht umsonst gemacht. Ich habe eine Medaille. Das ist das Wichtigste.“

Bjørgen holt Rekord-Gold

Dabei hatte er sich als Halbzeit-Sechster kaum noch Chancen ausgerechnet. „Ich hatte nach dem ersten Durchgang schon mit dem Wettbewerb abgeschlossen. Ich wollte nur noch einmal das machen, was ich kann. Es ist schon extrem: Mein zweiter Podestplatz überhaupt ist gleich eine WM-Medaille“, sagte Eisenbichler.

Auch Schuster war verblüfft. „Er hat unglaublich die Nerven bewahrt“, lobte er den 25-Jährigen. Am Sonntag hofft er im Mixed auf die nächste Medaille. „Dieser Wettbewerb entwickelt eine eigene Dynamik. Aber natürlich gehören wir nach den beiden absolvierten Wettbewerben zu den Favoriten und wollen um Gold mitkämpfen““, sagte der Bundestrainer. Neben Wellinger und Eisenbichler schickt der DSV Weltmeisterin Carina Vogt und Svenja Würth ins Rennen.

In der Loipe krönte sich Norwegens Ski-Königin Marit Bjørgen mit dem 15. Gold zur alleinigen Rekord-Weltmeisterin. Mit dem Sieg im Skiathlon über 15 Kilometer ließ die 36 Jahre alte Langlauf-Mama die 14-malige Titelträgerin Jelena Välbe aus Russland in der ewigen Bestenliste hinter sich und zementierte ihren Status als erfolgreichste WM-Teilnehmerin der Geschichte. „Das ist ein Traum für mich nach der Geburt meines Sohnes Marius“, sagte Bjørgen.

Nach jeweils 7,5 Kilometern im klassischen und freien Stil verwies sie in 37:57,5 Minuten Krista Parmakoski aus Finnland um 4,8 Sekunden auf Rang zwei. Dritte wurde die Schwedin Charlotte Kalla.

Im Windschatten der Loipen-Stars lieferte Katharina Hennig als Elfte ein glänzendes Rennen ab. Die 20 Jahre alte Oberwiesenthalerin sorgte damit für das beste deutsche WM-Ergebnis in dieser Disziplin seit sechs Jahren. Damals war Nicole Fessel, die an diesem Sonntag gemeinsam mit Stefanie Böhler im Team-Sprint auf Medaillenjagd geht, Siebte geworden. „Es war der Wahnsinn“, kommentierte Hennig ihr Rennen.

Im Skiathlon der Herren holte sich der Russe Sergej Ustjugow über 30 Kilometer sein erstes WM-Gold vor dem Norweger Martin Johnsrud Sundby. Die Entscheidung fiel am letzten Berg, als Sundby bei seiner Attacke strauchelte und einen Skistock verlor. Den dritten Platz sicherte sich im Spurt der Verfolgergruppe Finn Haagen Krogh aus Norwegen. Florian Notz lief ein beherztes Rennen und kam als bester Deutscher mit einem Rückstand von 57,7 Sekunden auf Rang 16.

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