Michael Reschke beim VfB Stuttgart Es war nicht alles schlecht

Von Gregor Preiß 

Die Zeit von Michael Reschke beim VfB Stuttgart ist also abgelaufen. Was war schlecht in Michael Reschkes Amtszeit beim VfB Stuttgart, und was war gut? Ein Rückblick auf seine Amtszeit.

Michael Reschke hat in Stuttgart Spuren hinterlassen. Foto: Baumann 13 Bilder
Michael Reschke hat in Stuttgart Spuren hinterlassen. Foto: Baumann

Stuttgart - Mit warmen Worten wurde Michael Reschke am Dienstag der Stuhl vor die Tür gesetzt. Präsident Wolfgang Dietrich lobte die Arbeit des Sportchefs vor allem in der vergangenen Saison. Tatsächlich hat sich der 61-Jährige in seiner anderthalbjährigen Amtszeit auch einige Verdienste erworben.

Das war gut

Die Rückholaktion von Mario Gomez darf wohl als der größte Erfolg von Michael Reschke gewertet werden. Er selbst hatte sich im Winter 2017 kaum Chancen ausgerechnet, den damaligen Nationalspieler vom VfL Wolfsburg an den Neckar zu lotsen. Mit seinen Toren schoss Gomez den VfB am Ende auf Platz sieben. Auch die Verpflichtung von Tayfun Korkut zum damaligen Zeitpunkt war zumindest kein Fehler. Der Trainer stabilisierte die Mannschaft nach der Trennung von Hannes Wolf und verordnete ihr eine strikte Defensivkultur. Es war der Schlüssel zum Erfolg in einer famosen Rückrunde. Positiv in Erinnerung bleiben wird auch Reschkes Auftreten abseits der großen Mikrofone. Geduldig und oft humorvoll fand er auf Fragen stets eine Antwort. Langweilig wurde es mit dem Rheinländer nie.

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Das war schlecht

Mit Korkut begann zugleich Reschkes Negativlauf. Die Vertragsverlängerung mit dem Trainer, im Sommer 2018 von den Fans lautstark beklatscht, war ein erster Fehler. Zumindest zum damaligen Zeitpunkt. Noch immer steht der vereinslose Coach auf der Gehaltsliste der Stuttgarter. Auch das Angebot an Holger Badstuber, sich weitere drei Jahre an den VfB zu binden, wird den Club vermutlich viel Geld kosten. Nicht zuletzt Reschkes zahlreiche Millionen-Einkäufe, von Pablo Maffeo über Borna Sosa bis Nikolas Gonzalez, ziehen seine Bilanz ins Minus. Keiner der letztjährigen Sommertransfers schlug bislang ein, genauso wenig wie die drei im Winter verpflichteten Steven Zuber, Alexander Esswein und Ozan Kabak. Auf der anderen Seite wurde Reschke auch seine Wortakrobatik zum Verhängnis. Die Posse bei der Entlassung von Korkut hängt ihm bis heute nach. Bei sportlichem Erfolg wäre irgendwann Gras über die Sache gewachsen. So aber bleibt Reschke als der Manager in Erinnerung, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm.

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