Michael Schumacher Die nächste Etappe

Michael Schumacher ist nicht mehr im Koma und hat nach fast einem halben Jahr die Klinik in französischen Grenoble verlassen. Jetzt beginnt seine Reha-Behandlung unweit seines Anwesens in Lausanne.

Für seine Genesung hätte Michael Schumacher wohl keine bessere Klinik als die in Lausanne finden können. Foto: AFP
Für seine Genesung hätte Michael Schumacher wohl keine bessere Klinik als die in Lausanne finden können. Foto: AFP

Lausanne - Fast ein halbes Jahr nach seinem schweren Skiunfall hat für Michael Schumacher (45) die nächste Etappe der Genesung begonnen. Der siebenfache Formel-eins-Weltmeister verließ laut seinem Management das Universitätskrankenhaus im französischen Grenoble und befindet sich „nicht mehr im Koma“. Seine komplizierte Rehabilitation wird das deutsche Sportidol im Universitätskrankenhaus (CHUV) des westschweizerischen Lausanne fortsetzen. Lausanne liegt etwa 30 Kilometer entfernt vom luxuriösen Anwesen der Schumachers in dem Städtchen Gland am Genfer See.

Das Universitätsspital CHUV gilt als eines der führenden Krankenhäuser in der Schweiz. Aus dem Umfeld des CHUV war zu hören, dass der frühere Rennfahrer in seiner Wahlheimat am Genfer See keinen besseren Ort für seine Genesung hätte finden können. Schumacher war von seinem bisherigen Krankenlager in Grenoble nach Lausanne transportiert worden.

Rücksicht auf die Privatsphäre

Über den aktuellen Gesundheitszustand Schumachers lagen zunächst keine weiteren Informationen vor. Aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Familie und das Arztgeheimnis macht das CHUV keine Angaben. Schumachers Management teilte mit: „Für die Zukunft bitten wir um Verständnis, dass seine weitere Rehabilitation außerhalb der Öffentlichkeit erfolgen soll.“ Sollten die Medien dieser Bitte nicht nachkommen, drohten laut der Managerin Sabine Kehm juristische Konsequenzen.

Schumachers Familie bedankte sich „ausdrücklich bei allen behandelnden Ärzten, Pflegern, Schwestern und Therapeuten in Grenoble ebenso wie bei den Ersthelfern am Unfallort“, die in diesen ersten Monaten hervorragende Arbeit geleistet hätten. Der Dank der Familie gelte auch allen Menschen, die so viele gute Wünsche gesendet hätten, hieß es in einer Mitteilung.

Die Twittergemeinde jubelt

Nach Monaten des Wartens und der Ungewissheit löste die Nachricht, dass Schumacher nicht mehr im Koma ist, weltweit Freude und sogar Jubel aus. Auch aus dem Team der Fußball-Nationalmannschaft kamen Genesungswünsche, ebenso wie von etlichen anderen Prominenten und Fans, vor allem über Twitter.

Schumacher war am 29. Dezember in Méribel mit dem Kopf auf einen Felsen geschlagen. Trotz eines Helms erlitt der passionierte Skifahrer ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und schwebte in Lebensgefahr. Er wurde in das Universitätshospital von Grenoble eingeliefert und in ein künstliches Koma versetzt. Seine Managerin bezeichnete Schumachers Zustand als „kritisch, aber stabil“. Ende Januar teilte Kehm mit, dass die Narkosemittel seit Kurzem reduziert würden. Der Aufwachprozess könne sehr lange dauern. Im April gab sie bekannt, dass Schumacher „Momente des Bewusstseins und des Erwachens“ zeige.