Michelle Hunziker beim „Supertalent“ Michelle und die Alphamänner

Michelle Hunziker mit Dieter Bohlen (links)  und Thomas Gottschalk (rechts) – die Karriere der Schweizerin zeigen wir in der folgenden Fotostrecke. Foto: RTL 16 Bilder
Michelle Hunziker mit Dieter Bohlen (links) und Thomas Gottschalk (rechts) – die Karriere der Schweizerin zeigen wir in der folgenden Fotostrecke. Foto: RTL

Lange wurde Michelle Hunziker als typische Blondine belächelt. Jetzt kann sie als Moderatorin neben Bohlen und Gottschalk beim neuen „Supertalent“ auftrumpfen.

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Berlin - Auf ihre Reflexe ist Verlass. Sollte es daran noch einen Zweifel gegeben haben, dann hat sie ihn bei RTL beseitigt. Der Sender hat Michelle Hunziker als neue Jurorin des „Supertalents“ angeheuert. Wer im Tempodrom in Berlin die Aufzeichnungen der neuen Folgen der Castingshow miterlebte, wurde Zeuge eines denkwürdigen Moments: Hunziker sitzt zwischen den beiden Alphamännern der TV-Unterhaltung, Dieter Bohlen und Thomas Gottschalk – ein Hingucker, ein Puffer, ein Aushängeschild. Aber das reicht ihr nicht. Irgendwann kommt sie in einem süßen Nichts von Kleid hinter dem Tisch hervor und stellt sich einem Kraftsportler als lebendes Gewicht zur Verfügung.

Der Mann hat Arme dick wie Popeye und ein Gebiss aus Titan. Er hat damit Bierdosen aufgebissen. Jetzt beißt er auf das Ende eines Seils, das an einer Schaukel hängt. Auf dem Brett sitzt Michelle. Er wirbelt sie im Kreis herum. Da kann gar nichts schief gehen, denkt man, so federleicht, wie die 35-Jährige ist. In natura wirkt sie noch schmaler als im Fernsehen, mit ihren Modelmaßen 88-63-93. Doch dann rutscht Popeye das Seil zwischen den Zähnen weg. Es gibt einen Knall, Michelle Hunziker stürzt zu Boden, entsetzte Schreie im Publikum. Doch sie steht wieder auf und sagt: „Es ist alles okay“. Eine leichte Gehirnerschütterung und ein geprelltes Steißbein, das ist Bilanz dieser Sendung. Die Frage stellt sich: Warum tut sie sich das an?

In ihrer italienischen Wahlheimat ist „La Hunziker“ längst ein Superstar. Da moderiert sie mit einem Kollegen eine tägliche politische Satire-Show („Striscia la Notizia“) bei dem privaten Sender Canale 5. Da probiert sie sich als Musical-Sängerin, Schauspielerin und Komikerin aus. Und egal, was sie macht, sie bekommt dafür Applaus. Es sind vor allem Frauen, die sie bewundern. Sie besitzt die Größe, sich über sich selber lustig zu machen. Im Land der Machos erfordert das echten Mut.

„Drannebliebe, drannebliebe, drannebliebe“

Im vergangenen Jahr rockte sie die Bühne zum ersten Mal ganz alleine, mit einer dreistündigen Solo-Show: „Mi scappa da ridere“ – Ich kann nicht anders, ich muss einfach lachen, heißt das salopp übersetzt. „La Hunziker“ inszenierte ihre eigene Lebensgeschichte als Seifenoper. Immer hübsch selbstironisch. Und man erinnerte sich daran, wie alles begann. Ihre Karriere als Po-Model für einen Dessous-Hersteller. Die Ehe mit dem Sänger Eros Ramazzotti, die Scheidung und der öffentlich ausgetragene Kampf um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Aurora. Dann ihre Depressionen. Ihre Suche nach einem Halt, die sie in die Arme einer obskuren Glaubensgemeinschaft trieb.

Am Ende von alldem stand eine steile TV-Karriere. Sie beginnt 1999 im Schweizer Fernsehen. Eine Vorher-Nachher-Show, das ist ihr Sprungbrett. Sie heißt „Cinderella“, und wie gut ihre Reflexe schon damals funktionierten, davon zeugen drei Worte. „Drannebliebe, drannebliebe, drannebliebe“ vor jeder Werbepause. Der Spruch macht sie berühmt.




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