Ministerin Razavi bei Architekten Ein Staatspreis für Umbaukultur

Die Ministerin Nicole Razavi war zu Gast bei der Architektenkammer Baden-Württemberg in Stuttgart. Foto: dpa/Bernd Weissbrod
Die Ministerin Nicole Razavi war zu Gast bei der Architektenkammer Baden-Württemberg in Stuttgart. Foto: dpa/Bernd Weissbrod

Sie will dem nachhaltigen Bauen zum Durchbruch verhelfen: Nicole Razavi, die neue Wohn-Ministerin, hat sich bei der Architektenkammer Baden-Württemberg vorgestellt.

Kultur: Ulla Hanselmann (uh)
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Stuttgart - Der nächste Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg soll ein „Staatspreis Umbaukultur“ sein. Das hat die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi (CDU), im Haus der Architekten in Stuttgart angekündigt, wo sie beim „Sommerlichen Talk“ der Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW) zu Gast war. Der Staatspreis Baukultur, der im Frühjahr 2023 wieder ausgelobt werden soll, würdigt beispielgebende Bauten; zuletzt war er 2020 vergeben worden. Damit unterstreicht Razavis neu geschaffenes Ministerium die Bedeutung des Bauens im Bestand im Sinne der Flächen- und Ressourcenschonung. Dem nachhaltigen Bauen zum Durchbruch zu verhelfen, sei ihr Ziel, so die Ministerin.

Klimawandel stoppen, Wohnraum schaffen

„Das hört sich alles extrem gut an“, kommentierten die Gastgeber, der Kammerpräsident Markus Müller und die AKBW-Sprecherin und Moderatorin Gabriele Renz die To-do-Liste, in die Razavi einen Einblick gab. Als Schwerpunkte nannte sie etwa die „Zukunft der Innenstädte und Ortskerne“. „Den Klimawandel stoppen und bezahlbaren Wohnraum schaffen“ bezeichnete sie als „größte Herausforderungen“ für ihr Haus, diese Ziele dürften sich nicht gegenseitig ausbremsen.

Dichte als Nähe verstehen

Razavi plädierte beim Wohnbau dafür, „Dichte“ neu zu definieren: „Warum nicht von ‚Nähe‘ sprechen?“ Dichte könne „Chancen auf Nähe eröffnen und Qualität erzeugen“, begrüßte der Kammerpräsident Müller diese Interpretation, kritisierte aber die veraltete „Regulatorik“, die mit heutigen Anforderungen wie etwa Nutzungsmischung in Städten oder Umbau vor Neubau nicht vereinbar sei, und forderte mehr Tempo.

Zentrum für Baukultur soll kommen

Mit dem Versprechen, Genehmigungsprozesse zu beschleunigen, kam ihm Minsterin Razavi entgegen; die ausgeprägte Harmonie zwischen Kammer und Ministerium bekräftigte zudem ihre Zusage, das von den Architektinnen und Architekten lange geforderte „Zentrum für Baukultur“ endlich einrichten zu wollen.




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