Berüchtigte Serienmörder Mischail Popkow – der sibirische Werwolf

Michail Popkow sieht während der Gerichtsverhandlung durch die Käfigfgtter. Ein Gericht in Irkutsk hat  den 53-Jährigen des Mordes an weiteren 56 Frauen schuldig gesprochen und ihn zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Foto: dpa 14 Bilder
Michail Popkow sieht während der Gerichtsverhandlung durch die Käfigfgtter. Ein Gericht in Irkutsk hat den 53-Jährigen des Mordes an weiteren 56 Frauen schuldig gesprochen und ihn zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Foto: dpa

Wird man als Mörder geboren oder erst durch die Umwelt dazu gemacht? Der ehemalige Polizist Michail Popkow könnte als gefährlichster Serienmörder in die Kriminalgeschichte Russlands eingehen. Ein Gericht verurteilte ihn jetzt wegen 56 Morden zum zweiten Mal zu lebenslanger Haft.

Leben: Markus Brauer (mb)

Irkutsk/Stuttgart - 77 Frauen vergewaltigt und getötet: Diese unfassbare Zahl von Opfern hat der ehemalige russische Polizist und Wachmann Michail Popkow nach Auffassung eines Gerichts auf dem Gewissen. Der 53-Jährige aus Sibirien könnte damit als gefährlichster Serienmörder in die Kriminalgeschichte Russlands eingehen. Bisher führte Andrei Chikatilo die Rangliste mit 53 Morden an.

Ein Gericht in der Stadt Irkutsk sprach den Mann am Montag (10. Dezember) des Mordes an 55 Frauen und einem Polizisten schuldig. Es verhängte lebenslange Haft, wie das Staatliche Ermittlungskomitee in Moskau mitteilte. Bereits 2015 war der Mann wegen der Ermordung von 22 Frauen zu Lebenslang verurteilt worden. In der Haft hatte er die anderen Fälle gestanden.

Michail Popkow – der russische „Maniac“

Popkow hatte in Jagd auf Frauen gemacht. Wenn sie abends allein auf dem Heimweg waren, bot er ihnen an, sie im Auto mitzunehmen. Dann vergewaltigte und tötete er seine Opfer an einsamen Stellen im Wald. Er verstand sich nach eigenem Geständnis als Hüter der Moral und ermordete die Frauen wegen ihres angeblich „unmoralischen Lebenswandels“.

Der auch als „sibirischer Werwolf“ in die russische Kriminalgeschichte eingegangene Popkow begann seine Mordserie, die er eine „legitime Säuberungsaktion der Straßen von Prostituierten“ nannte, 1992 seiner Heimatstadt Angarsk in Sibirien. Erst 2010 konnte er nach jahrelanger polizeilicher Detektivarbeit gefasst werden. Popkows Opfer waren zwischen 16 und 40 Jahre alt.

Unsagbares Martyrium der Opfer

Die Frauen mussten nach Aussage der russischen Ermittler ein unsagbares Martyrium ertragen. Popkow hielt nach jungen Frauen Ausschau, die aus Diskotheken und Bars kamen und bot ihnen an, sie heimzufahren. Doch stattdessen brachte er sie an geheime Orte, vergewaltigte sie und metzelte sie brutal nieder.

Einigen seiner Opfer riss er das Herz heraus, andere köpfte er. Als Mordwerkzeuge verwendete er Äxte, Schraubenzieher und Messer. Anfangs tötete er nur in Argansk, später in der gesamten Region von Irkutsk in Zentralsibirien.

Analen der russischen Serienmörder

Popkow reiht sich ein in die Annalen sowjetischer Serienmörder wie Andrei Chikatilo – dem „Metzger von Rostov“ –, der wegen 53 Morden verurteilt wurde, den Moskauer Killer Alexander Pichuschkin – bekannt als der „Schachbrett-Mörder“ mit 49 Opfern – und den Ukrainer Anatoly Onoprienko, der wegen 52 Morden verurteilt wurde.




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