Mit dem Rad durch Leonberg Abstand halten per Poolnudel

Von ulo 

Agenda-Gruppe Radl kritisiert: Ausbau der Radwege ist zum Erliegen gekommen.

„Mehr Platz fürs Rad“:  Poolnudeln auf dem Gepäckträger sorgen für den nötigen Abstand bei der Radl-Fahrt. Foto: Radl/Werbke
„Mehr Platz fürs Rad“: Poolnudeln auf dem Gepäckträger sorgen für den nötigen Abstand bei der Radl-Fahrt. Foto: Radl/Werbke

Leonberg - In regelmäßigen Abständen fahren die Mitglieder der Agenda-Gruppe Radl die Straßen Leonbergs ab. Sie schauen nach, ob sich in Sachen Radwege-Ausbau etwas tut, wo Gefahrenstellen vorhanden oder vielleicht neu hinzugekommen sind.

Konzept, aber keine Umsetzung

„Die Planung und Realisierung von Radfahrstreifen in Leonberg scheint mir zum Erliegen gekommen zu sein“, sagt der Sprecher der Gruppe, Reinhard Siegfarth. Parallel zur jüngsten Ausfahrt hat er sich in einem Schreiben an den Oberbürgermeister Martin Georg Cohn und die Vorsitzenden der Fraktionen im Gemeinderat gewandt. 2013 – also vier sieben Jahren – hat der Gemeinderat einstimmig ein Radverkehrskonzept für Leonberg beschlossen. Darin wurden Strecken mit hoher Priorität definiert. So sind etwa Radfahrstreifen auf der Eltinger Straße und der Brennerstraße seit vielen Jahren eine Forderung, für deren Umsetzung sich die Agenda-Gruppe Rad engagiert.

Und so pendelten die Radl-Radler zwischen Rathaus und Neuköllner Platz bis zur so genannten Geze-Kreuzung am westlichen Ende der Brennerstraße. Siegfarth wies an dieser Stelle darauf hin, dass bei der Neugestaltung dieser Kreuzung bereits eine spezielle Ampelanlage für den Radverkehr eingebaut wurde, die aber nie angeschaltet worden sei. Ebenso wenig wurden die anderen Vorhaben des Radverkehrskonzepts bislang umgesetzt.

Schwimmnudel für den richtigen Abstand

Die Kleingruppen, die mit großem Abstand zueinander unterwegs und teilweise mit Mund-Nase-Bedeckung ausgestattet waren, wiesen bei ihrer Rundfahrt zugleich auf den seit dem 28. April in der Straßenverkehrsordnung festgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen von Radfahrern hin – mit Schwimmnudeln die hinten auf den Fahrrädern montiert waren.

„Auf beiden Straßenabschnitten wurde dadurch auch deutlich, dass hier ausreichend Straßenfläche vorhanden ist, um mit ein wenig Farbe kurzfristig die Sicherheit gebenden Fahrradstreifen zu markieren“, meint Siegfarth. In seinem Schreiben an den OB wies er noch auf einen wesentlichen Grund hin, sich für bessere Radverkehrsanlagen in Leonberg einzusetzen: „Individuelle Pkw-Fahrten müssen aus Klimaschutzgründen reduziert werden. Der Umstieg auf das Fahrrad ist eine der vielen notwendigen Maßnahmen, um das Ziel zu erreichen. Das machen die Bürger nur, wenn sie mit dem Fahrrad sicher und schnell an ihr Ziel kommen.“




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