Mobilität Vom E-Auto aufs Lastenfahrrad umsteigen

Von Götz Schultheiss 

Was brauchen die Menschen, um das Auto stehen zu lassen? Beim ersten digitalen Bürgerdialog der Stadt Leinfelden-Echterdingen haben Bürger ihre Wünsche für die zwölf geplanten Mobilitätspunkte geäußert.

So könnte einer der künftigen Mobilitätspunkte in Leinfelden-Echterdingen aussehen. Foto: fp design
So könnte einer der künftigen Mobilitätspunkte in Leinfelden-Echterdingen aussehen. Foto: fp design

Leinfelden-Echterdingen - In einem durch Corona erzwungenen digitalen Bürgerdialog haben am Donnerstagabend 45 Menschen die Gelegenheit ergriffen, Wünsche zu äußern, wie sie möglichst ohne Auto in Leinfelden-Echterdingen voran kommen wollen. Mobilitätspunkte, an denen Angebote wie Radverleihsystem, Radabstellmöglichkeiten, Carsharing und E-Ladesäulen an einem Ort gebündelt werden, sollen den öffentlichen Nahverkehr ergänzen, damit verschiedene Verkehrsarten miteinander verkettet werden können.

Zwölf Mobilitätspunkte

Insgesamt zwölf solcher Mobilitätspunkte sind in Leinfelden-Echterdingen geplant: Bahnhof Oberaichen, Ortsmitte Musberg, Bahnhof Leinfelden, Sportzentrum Leinfelden an der Stadionstraße, Unteraichen, Bahnhof Echterdingen, Echterdingen-Nord, Stadionstraße Echterdingen, Zeppelinplatz Echterdingen, Lindachschule Stetten, Stetten-Hof und Flughafen/Messe. Dass sich der Flughafen mit einem Mobilitätspunkt an dem Gesamtpaket beteiligen wird, ist nach Aussage der Verwaltung klar, die Gestaltung entziehe sich jedoch den städtischen Planern, denn dafür ist allein der Flughafen zuständig. Die Mobilitätspunkte, die zuerst verwirklicht werden sollen, sind Stadionstraße, Bahnhof Echterdingen und Stetten-Hof.

Stetten-Hof für Radler zu bergig

Für die Gestaltung eines Mobilitätspunktes gibt es zahlreiche Elemente. Welche Ausstattung ein Mobilitätspunkt bekommt, darüber entscheidet unter anderem seine Lage. Ein gutes Beispiel dafür ist Stetten-Hof. Für viele Menschen ist die Lage am Hang eine Barriere für das Rad als bevorzugtes Verkehrsmittel. „Meine Mutter hat mir erzählt, dass sie wegen des Bergs dort nicht mit dem Rad fährt“, erzählte ein Teilnehmer. Deshalb sei dort keine große Fahrradstation sinnvoll. Man brauche eher Ladestationen für Carsharing und E-Bikes. Carsharing sei nicht nur in Stetten-Hof, sondern ganz allgemein nur dann sinnvoll, wenn der Anbieter am Mobilitätspunkt Ladesäulen für Elektrofahrzeuge finde. Die Stadträtin Sabine Onayli, die ebenfalls an der Runde teilnahm, hielt für Stetten-Hof auch kleine Shuttle-Busse für denkbar.

WLAN an den großen Stationen

Für die Station Stadionstraße wünschten sich die Bürger WLAN, einen sogenannten Regiomaten, an dem man Produkte der Region kaufen kann, ein Café und die Möglichkeit, Getränke zu kaufen, eine E-Station für Pedelecs, und die Sicherheit der immer teuerer werdenden Fahrräder Fahrradgaragen oder Fahrradboxen.

Lastenräder für große Einkäufe

An der Station Bahnhof Echterdingen wünschen sich die Bürger ebenfalls W-Lan, einen Kiosk, Car-Sharing, Fahrradparkplätze, eine Rad-Reparatur, ein Leihsystem für Pedelecs und Fahrräder. Damit Menschen, die sich fürs Fahrrad entscheiden, auch viel einkaufen können, soll es ein Leihsystem für Lastenfahrräder geben. Außerdem soll es an diesem Mobilitätszentrum auch eine Paketstation geben, weil die Post weit entfernt liegt.

Mehr Shuttle-Busse und Ruftaxis

Nicht nur für die einzelnen Mobilitätspunkte, sondern auf das ganze Stadtgebiet bezogen wünschen sich die Teilnehmer den Ausbau des Ruftaxi-Angebots und mehr Shuttle-Busse. Dies sei dazu geeignet, um die entfernt liegenden Stadtteile Stetten und Musberg besser ans Zentrum anzuschließen. Wer bei der Bestückung der Mobilitätspunkte auch auf ein Verleihsystem für E-Scooter setzt, der wird enttäuscht. „Die Gehwege in L.-E. sind im Stadtgebiet zu schmal. Die Scooter müssen auf der Straße fahren“, sagte Andrea Egner vom Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau.




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