Monitore, Drucker und Co. im Test Gut ausgestattet im Homeoffice

Arbeitnehmer, die im Stehen arbeiten, sollten darauf achten, dass die Bildschirme in der Höhe verstellbar sind und sich die Neigungswinkel nach vorne und hinten anpassen lassen. Foto: dpa/Uwe Anspach
Arbeitnehmer, die im Stehen arbeiten, sollten darauf achten, dass die Bildschirme in der Höhe verstellbar sind und sich die Neigungswinkel nach vorne und hinten anpassen lassen. Foto: dpa/Uwe Anspach

Viele Beschäftigte wollen auch nach der Pandemie einen Teil ihrer Arbeit im Homeoffice erledigen. Dafür braucht es die richtige Ausstattung. Die Stiftung Warentest zeigt, auf welche Webcams, Monitore, Drucker und Bürostühle Verlass ist.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Berlin - Viele Arbeitnehmer haben Gefallen am Homeoffice gefunden. Umfragen zufolge wollen etliche gar nicht mehr zurück ins Büro. Allerdings sollte die Arbeit zu Hause keine Kopf- und Rückenschmerzen auslösen – weil etwa die ergonomische Ausstattung fehlt. Auch die Technik muss sich eignen. Die Stiftung Warentest hat in ihrem aktuellen Heft „Test“ (9/2021) ausgewertet, was für ein gut ausgestattetes Büro daheim wichtig ist. Ihre Prüfungen zeigen, welche Monitore gute Bildqualität liefern, welcher gute Drucker nur 100 Euro kostet und welche Bürostühle oder Webcams empfehlenswert sind.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Sechs Tipps, um im Homeoffice motiviert zu bleiben

Monitor

Wer einen neuen Monitor mit guter Bildqualität sucht, hat eine große Auswahl. Alle 17 geprüften Monitore verschiedener Größen liefern ein gutes Bild – zumindest wenn man mittig vor dem Monitor sitzt. Die Bildqualität kann sich verschlechtern, sobald man eher von der Seite auf den Schirm blickt – wie es den Testern etwa bei den 80-Zentimeter-Monitoren (32 Zoll) von AOC und LG aufgefallen ist. Für Arbeitnehmer, die gerne auch mal im Stehen arbeiten, lautet daher der Rat der Warentester, darauf zu achten, dass die Bildschirme in der Höhe verstellbar sind und sich die Neigungswinkel nach vorne oder nach hinten anpassen lassen. Auch sollte es möglich sein, die Bildwiederholrate heraufzusetzen – ohne dass die Auflösung darunter leidet.

Ein USB-C-Anschluss, wie er inzwischen von einigen Herstellern angeboten wird, kann ebenfalls praktisch sein: Darüber lassen sich nicht nur Tastaturen und Mäuse oder Festplatten, Drucker und Scanner anschließen, sondern auch externe Monitore.

Bei ihrer Prüfung der Monitore überzeugten die Warentester der kleine Samsung F24T452FQU (177 Euro), der mittelgroße BenQ PD2705Q (415 Euro) und der große Samsung F32TU870VU (620 Euro).

Webcam

Digitale Konferenzenkönnen ein Fluch sein – wenn es etwa Bild- oder Tonprobleme gibt. Diese sind aber selbst mit teuren Webcams oft nicht zu vermeiden. So stellte die Stiftung Warentest bei der Überprüfung von 18 Kameras für Videochats fest: Nur drei liefern gute Bilder und nur vier einen guten Ton. Lediglich eine Kamera, die Logitech Brio Ultra-HD Pro (170 Euro), schafft beides. Zwar bewerben viele Hersteller ihre Produkte mit hohen Pixelzahlen, doch wichtiger als UHD (Ultra High Definition) und 4K (4000 Pixel horizontaler Auflösung) ist die Qualität von Objektiv und Sensor.

Statt eine neue Webcam zu kaufen, kann es sich auch lohnen, seine Fotokamera als Webcam zu nutzen: „Mit ihren größeren Bildsensoren und besseren Optiken sind sie auch teureren Webcams weit überlegen“, schreiben die Warentester.

Allerdings ist die Einrichtung aufwendiger: So braucht es oft eine Zusatz-Software, die die Digitalkamera als Videokamera ins System einbindet. Sie sind meist auf den Webseiten der Anbieter zu finden. Auch können nicht alle Digitalkameras über das USB-Kabel gleichzeitig Videobilder liefern und Strom beziehen. Ein Stromadapter fürs Batteriefach kann da eine Lösung sein.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Handy als Webcam nutzen: So geht‘s

Drucker

Wer einen Drucker sucht, sollte sich laut Stiftung Warentest zuerst die drei Kernfragen stellen: Tinte oder Laser? Schwarzweiß oder Farbe? Drucker oder Drucker-Scanner-Kombi?

Grundsätzlich gilt: Tintenstrahldrucker eignen sich besser für Fotos, allerdings kann der Druckkopf bei seltener Nutzung eintrocknen. Wer hauptsächlich Texte ausdruckt, ist mit einem schnelleren, aber oft teureren Laserdrucker besser bedient. Farbdrucker sind zwar in den Anschaffungskosten nicht grundsätzlich teurer als Schwarzweiß-Drucker, sie sorgen aber im Nachhinein häufig für höhere Tinten- oder Tonerkosten. Sollte das Gerät zusätzlich scannen und kopieren, kann das insgesamt zu Lasten der Qualität gehen. So stellten die Tester in der Gruppe der Kombimodelle fest: Farbseiten leiden häufig unter Bildrauschen, Fotos unter verfälschten Farben.

Den Testsieg holt der HP Neverstop Laser 1001nw, ein Schwarz-weiß-Drucker (274 Euro). Zum besten Multifunktionsgerät wurde der mit Tinte arbeitende Canon Pixma G7050 (430 Euro) gewählt. Für gut und günstig wurde der Tinten-Farbdrucker Canon Pixma TS705 (100 Euro) empfunden.

Bürostuhl

Auch wer sitzt, sollte in Bewegung bleiben: Daher raten die Warentester zu Bürostühlen mit einer sogenannten Synchronmechanik. Diese Wippfunktion fördert das aktive Sitzen und beugt Fehlhaltungen vor.

Wichtig ist auch, auf Klemmstellen und scharfe Kanten zu achten. Jeder zweite Bürostuhl von insgesamt 13 Modellen weist dieses Sicherheitsproblem insbesondere an den Armlehnen auf.

Ein weiteres Problem bei Bürostühlen ist die mangelnde Belastbarkeit: Um eine langjährige Nutzung zu simulieren, bearbeiteten die Tester die Stühle mit Pressen. Bis zu 80 000 Mal drückten diese auf Rückenlehne und Sitzflächen. Die Stühle von HjH Office und Porta brachen bei dieser Belastung nach kurzer Zeit zusammen – was von den Testern mit der Note „Mangelhaft“ bewertet wurde.

Wirklich gut schnitten nur fünf Modelle ab: Der Testsieger von Dauphin (350 Euro), das Modell von Nowy Styl (229 Euro), der als besonders sicher deklarierte Interstuhl Every is 1 (380 Euro) und der Ikea Hattefjäll (299 Euro).

Doch der beste Stuhl nützt nichts, wenn er nicht ergonomisch angepasst wird: Die Sitzhöhe sollte so eingestellt werden, dass die Füße stabil auf dem Boden stehen. Ober- und Unterschenkel sollten im 90-Grad-Winkel zueinander sein. Zwischen Kniekehle und Sitzvorderkante sollten zudem drei bis vier Fingerbreiten Platz bleiben. Die Höhe der Armlehne stimmt, wenn die Schultern gerade bleiben und die Ober- und Unterarme einen 90-Grad-Winkel bilden.

Lesen Sie aus unserem Angebot: So kann Rückenschmerzen vorgebeugt werden

Unsere Empfehlung für Sie