Mord an Kioskbesitzer in Mannheim 30-Jähriger muss lebenslang hinter Gitter

In Mannheim ist ein 30-Jähriger für den Mord an einem Kioskbesitzer zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Foto: dpa
In Mannheim ist ein 30-Jähriger für den Mord an einem Kioskbesitzer zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Foto: dpa

Nach einer Messerattacke stirbt der Inhaber eines Mannheimer Kiosks. Der mutmaßliche Täter gesteht die Tat, bestreitet jedoch den Mordvorwurf. Am Donnerstag fiel das Urteil gegen den 30-Jährigen.

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Mannheim - Nach dem Mord an einem Mannheimer Kioskbesitzer muss ein 30-Jähriger lebenslang ins Gefängnis. „Die Verurteilung des Angeklagten wegen eines Heimtückemords war unausweichlich. Er hat die Tat aus Habgier und zur Ermöglichung einer weiteren Straftat begangen“, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Meinerzhagen am Donnerstag bei der Urteilsbegründung in Mannheim.

Gegen den Angeklagten wurde seit Anfang September vor dem Landgericht verhandelt. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, den Inhaber eines Kiosks Anfang März bei einem versuchten Raubüberfall getötet zu haben. Demnach wollte der Angeklagte den 48-Jährigen kampfunfähig machen, um dessen Einnahmen zu stehlen. Dabei habe er den Tod des Opfers billigend in Kauf genommen, sagte Oberstaatsanwalt Oskar Gattner.

Zum Prozessauftakt hatte der 30-Jährige die Tat gestanden. In einer schriftlichen Erklärung gab er an, dass er mehrfach mit einem Messer auf sein Opfer eingestochen habe. Dass es Mord aus Habgier war, bestritt er jedoch. Er sei zu der Tat angestiftet worden.

Die Tat dauerte nur etwa eine Minute

„Das ist schlicht falsch. Er wollte sich durch den Raub Geld beschaffen, ein anderes Motiv ist nicht denkbar“, sagte dagegen Meinerzhagen. Auch währen der Verhandlung habe der Angeklagte nichts angeführt, was ihn zu der Tat bewogen haben könnte.

Während der Verhandlung wurde klar, das die Tat nur etwa eine Minute gedauert hatte. Der 30-Jährige kam in den Kiosk und bat um Zigaretten, die in einem Nebenraum gelagert wurden. Als sich der Inhaber bückte, um die Ware zu holen, stach ihm der Angeklagte mit einem Messer dreimal in Hals und Nacken. Als sich das Opfer umdrehte, versetzte ihm der Täter einen Stich in die Brust und traf eine Hauptschlagader. Der Kioskbesitzer brach zusammen und verblutete.

Direkt nach der Tat kam ein Kunde in den Laden und der Angreifer floh ohne Beute. Polizisten nahmen den Mann später in der Nähe fest und fanden auch die mutmaßliche Tatwaffe.

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