Mord in Anwaltskanzlei Todesschütze hatte wohl hohe Geldforderungen

Von Wolf-Dieter Obst 

Die Suche nach dem Motiv für die Bluttat in einer Anwaltskanzlei im Stuttgarter Osten geht weiter. Das Mordopfer soll dem Todesschützen angeblich eine sechsstellige Summe geschuldet haben.

Nach der Bluttat in der Gerokstraße: Die Spuren sind gesichert, die Ermittlungen gehen weiter Foto: 7aktuell.de/Schmalz
Nach der Bluttat in der Gerokstraße: Die Spuren sind gesichert, die Ermittlungen gehen weiter Foto: 7aktuell.de/Schmalz

Stuttgart - Hohe finanzielle Geldforderungen, die nicht beglichen wurden – dies gilt inzwischen als wahrscheinlichstes Motiv für die tödlichen Schüsse in einer Anwaltskanzlei am Montag im Stuttgarter Osten. Ein 67-Jähriger aus Offenbach hatte den 75-jährigen Rechtsanwalt in seinem Haus an der Gerokstraße erschossen und sich selbst gerichtet. Angeblich soll es um einen sechsstelligen Betrag gegangen sein, die der Jurist dem Mann geschuldet haben soll.

Täter und Opfern kannten sich

Bei der Staatsanwaltschaft gibt man sich weiter zurückhaltend. „Täter und Opfer kannten sich schon länger, und der Täter hatte offenbar finanzielle Forderungen“, sagt Staatsanwaltssprecher Jan Holzner. „Ob das aber auch das Motiv für die Schüsse war, lässt sich bisher nicht feststellen.“ Man könne ohnehin keinen Zwischenstand von Zeugenaussagen bei der Kriminalpolizei vermelden.

Behauptungen und Gerüchte gibt es deshalb weiterhin viele – zumal der Stuttgarter Anwalt unter seinen Kollegen als mitunter recht schillernde Figur galt. Wie der 67-Jährige auf eine offenbar sechsstellige Schuldensumme kommt, die aus einer vergangenen geschäftlichen Beziehung stammen soll, das bleibt vorerst Spekulation. Allerdings ist ebenso zu hören, dass der Mann aus Offenbach dem Anwalt bereits mehrfach gedroht haben soll. Am Montag könnte er demnach seine Drohung wahr gemacht haben.

Vom Schützen ist wenig bekannt

Vom Todesschützen ist derweil nur wenig bekannt. Wie zu erfahren war, soll er angeblich in der Vergangenheit in der Baubranche tätig und Mitinhaber einer Firma gewesen sein, die Anfang der 90er Jahre aber aus dem Handelsregister gelöscht wurde. Die Suche in der Baubranche ist freilich ähnlich vage wie der Hinweis auf das Frankfurter Rotlichtmilieu, in dem der Stuttgarter Anwalt vor Jahren Mandantschaft hatte. Fest steht, dass der 67-Jährige bis zu den Schüssen in der Gerokstraße bei der Polizei und der Justiz „ein unbeschriebenes Blatt“ gewesen ist. Ein Abschiedsbrief, der die Bluttat erklären könnte, wurde laut Staatsanwaltschaft nicht gefunden.




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