Museum im Alten Schloss Landesmuseum betreibt Café selbst

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Der neun Millionen Euro teure Umbau der Eingangshalle im Alten Schloss von Stuttgart ist trotz Corona in vollem Gange. Neue Details zur sogenannten Kulturlobby für die Stuttgarter und ihre Gäste sind bekannt geworden.

Das Stahlgerüst für die künftige Arenatreppe in der Eingangshalle des Alten Schlosses nimmt Formen an. Links ist der alte und neue Eingang. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Das Stahlgerüst für die künftige Arenatreppe in der Eingangshalle des Alten Schlosses nimmt Formen an. Links ist der alte und neue Eingang. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Dass die neue Eingangshalle nicht wie geplant zur Eröffnung der nächsten großen Landesausstellung „Fashion?! Was Mode zu Mode macht“ am 24. Oktober fertig wird, ist seit Anfang Januar bekannt. Damit ist der ganz große Druck raus aus dem millionenschweren Umbau der sogenannten Dürnitz, wie eine beheizbare Halle im Mittelalter hieß, im Alten Schloss.

Für die Mode-Schau wird im vorderen Bereich der Halle ein Provisorium geschaffen, sagt der Baureferent und Ausstellungskoordinator des Landesmuseums Württemberg, Jan-Christian Warnecke. Dort werden die Kasse, die Garderobe und der Zugang zu den Aufzügen zu finden sein. Bereits fertig werden laut Warnecke der bisherige Vorraum mit der Pforte und die Toiletten sowie die Aufzüge, die aktuell im Umbau sind. Vor der Schließung des Museums wegen der Corona-Pandemie musste, wer mit Rollstuhl in die Dauerausstellungen gelangen wollte, umständlich über die Rückseite des Schlosses begleitet werden.

Die Arenatreppe nimmt Formen an

Ein Blick auf die Baustelle offenbart, dass die zusätzliche Zeit bis zum Mai 2021 den Museumsmachern einerseits gut tut, andererseits die Corona-Krise aber weitgehend ohne Auswirkungen auf die Baustelle geblieben ist. „Die Baubesprechungen machen wir natürlich in Telefonkonferenzen“, sagt Warnecke. Doch die beauftragten Firmen konnten bisher pünktlich und stetig weiterarbeiten. Schon im März waren „fast alle technischen Einbauten abgeschlossen“, wie Warnecke sagt – Heizung, Belüftung, Strom.

Inzwischen bekommt man auch einen Eindruck von der großen „Arenatreppe“. Ihr Stahlgerüst ist im Bereich zur Planie hin erstellt, ebenso wie die Hülle des Museumscafés mit Küche sowie der technischen Zentrale darüber. Im November sollen die Arbeiter nach Warneckes Vorstellung fertig sein: „Dann haben wir noch viel Zeit, alles zu testen und richtig zu machen.“ Zeit, die ansonsten vor der „Fashion?!“ gefehlt hätte. Diese große Landesausstellung für die Eröffnung der sogenannten Kulturlobby, wie die Ende Februar ausgeschiedene Direktorin Cornelia Ewigleben ihr letztes großes Projekt nannte, für eine Woche zu unterbrechen, komme nicht infrage. Dann lieber einen großen Festakt nach Ende der Mode-Ausstellung am 25. April 2021 veranstalten.

Gesucht: Der beste Kaffee der Stadt

Ausstellungskoordinator Warnecke plaudert ein interessantes Detail der Realisierung aus: „Wir werden das Museumscafé künftig selbst betreiben.“ Man habe zwar Gespräche mit verschiedenen Gastronomen in der Stadt geführt, die Mischung aus teilweise sehr hohen Besucherzahlen während einiger Monate der Sonderausstellungen und vergleichsweise niedrigen der anderen Monate schienen ihnen laut Warnecke aber zu unkalkulierbar. Andererseits gebe es das „Versprechen“ von Cornelia Ewigleben, berichtete Warnecke augenzwinkernd, dass „es hier den besten Kaffee der Stadt geben“ werde. Dieser Ankündigung fühle man sich verpflichtet. Mitarbeiter sollen einen Barista-Lehrgang für Kaffeeexperten absolvieren.

Das neue Foyer wird nicht nur ein Café und einen Museumsshop haben, sondern auch einen Veranstaltungsbereich mit versenkbarer Hubbühne und 500 Sitzplätzen sowie der Arenatreppe, von der aus man auch auf die Bühne blicken kann. Das Foyer mit dem erhofften Flair einer Hotellobby soll künftig auch Menschen zum Verweilen einladen, die zunächst vielleicht gar nicht ins Museum wollen – und trotzdem die erste Barriere zu dessen Besuch überwinden. Wenn das Coronavirus es dann zulässt.




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