Musical in Stuttgart Großer Bahnhof für „Chicago“

Von unserer Redaktion 

Die Produktionsfirma Stage präsentiert den Broadway-Klassiker „Chicago“ mit Unterstützung von Musicalsängerin Ute Lemper in Stuttgart. Die Premiere wird am 6. November gefeiert.

Musical-Star Ute Lemper präsentiert „Chicago“ in Stuttgart. Foto: Heinz Heiss
Musical-Star Ute Lemper präsentiert „Chicago“ in Stuttgart. Foto: Heinz Heiss

Stuttgart - Stuttgart ist nach Aussage von Stage-Deutschland-Geschäftsführerin Uschi Neuss der zweitwichtigste Standort in Deutschland. „Wichtiger ist für uns nur noch Hamburg“, sagt Neuss bei der Präsentation des Musicals „Chicago“, das vom 6. November an im Palladium Theater im SI-Zentrum gezeigt wird.

Für die Vorab-Schau hat die Produktionsfirma enormen Aufwand betrieben und hinter die Kulissen geladen. Die Probebühne des Theaters ist komplett mit schwarzem Stoff eingehüllt. 14 Musiker plus Dirigent warten auf den Star des Tages. Allein um den Titel des neuen Stücks für Stuttgart bekannt zu geben, hat sich Stage an eine der renommiertesten Musical-Sängerinnen gewandt. Ute Lemper betritt die Probebühne am Montagmorgen in einem langen Abendkleid und singt drei der Jazz-Nummern aus „Chicago“.

Ein Weltstar nur für die Präsentation

„Ja, der Aufwand ist ungewöhnlich für eine Pressekonferenz“, sagt die Geschäftsführerin Uschi Neuss, „doch wir wollten einfach klar machen, wie hoch der Hammer hängt und was wir für einen Anspruch ­haben.“ Aus diesem Grund habe man einen Weltstar schon für die Präsentation angefragt, erklärt sie. Denn Ute Lemper wird weder die Rolle der Velma Kelly noch die der Roxie Hart in Stuttgart spielen. „Das ist heute ein einmaliger Auftritt“, so Neuss.

Dass die 14 Musiker und der Dirigent Teil der Show sein werden, spricht ebenfalls dafür, dass Stage bereit ist, in sein neues Stück zu investieren. Denn dass die Musik beim Musical live gespielt wird, ist inzwischen keine Selbstverständlichkeit mehr. Im September vergangenen Jahres hatten Orchestermitglieder vor dem Apollo Theater in Möhringen demonstriert. Das Thema damals: die Künstler hatten ihren Unmut über die Strategie von Stage Entertainment kundgetan. Viele Musiker sollen ihre Anstellung verloren haben, da verstärkt mit Klängen vom Band gearbeitet wird, so die Kritik. Anlass der Demonstration war nach Aussage der Musiker das geschrumpfte Orchester für das Musical „Tarzan“. „Es entspricht überhaupt nicht dem Trend, neue Shows ohne Orchester zu machen“, erklärt Stage-Chefin Neuss am Rand der Präsentation am Montag. Im Falle von „Chicago“ werde das Orchester auf der Bühne sogar in die Handlung einbezogen, so Neuss weiter.

Lempers Theater-Debut in Stuttgart

Nach ihrem Auftritt verschwindet Ute Lemper für wenige Minuten hinter der Bühne. Die Kamerateams und Fotografen, die bislang auf den hinteren Rängen des Probentheaters warten mussten, werden nun nach vorne gebeten. „Jetzt dürfen Sie auch mit Blitzlicht fotografieren“, heißt es von den Organisatoren. „Ich habe das Stück in den 1990er Jahren in New York am Broadway und in London im Westend ­gespielt“, erklärt Lemper ihre Verbindungen zu „Chicago“. Die gebürtige Münsteranerin feierte am Stuttgarter Staatstheater ihr Debüt auf der Theaterbühne und wurde für ihre Rolle der Velma Kelly mit internationalen Preisen ausgezeichnet.

Die Geschichte von „Chicago“, handelt von zwei Tänzerinnen, die ihre Liebhaber umgebracht haben. Das Ganze spielt im Amerika der 1920er Jahre. Jazz und Tanz sind die tragenden Elemente des Stücks. Die beiden Frauen buhlen um die Gunst des Anwalts Billy Flynn, der sie aus dem ­Gefängnis holen und soll. „Das Musical spielt im Knast und im Gerichtssaal, es ist sehr sexy, es geht um Ruhm und Schlagzeilen“, erzählt Lemper. „Es ist eines der ­klassischen Musicals“, fügt sie hinzu.

18 Jahre am Broadway

Um den künftigen Spielplan für die ­beiden Theater in Möhringen zu planen, sitzen Stage-Geschäftsführerin Uschi Neuss und ihre Kollegen einmal in der ­Woche zusammen. „Wir sind überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.“ „Chicago“ wurde letztmals vor mehr als zehn Jahren in einer deutschen Großstadt, damals in Berlin, aufgeführt. „Das war aber noch keine Stage-Produktion“, sagt Neuss. Das Stück läuft seit 18 Jahren ohne Unterbrechung am New Yorker Broadway. ­Welchen Erfolg der Mamma-Mia-Nachfolgers in Stuttgart haben kann, wird sich vom 6. November an zeigen.

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