Musikmanager aus Stuttgart auf Facebook Andreas „Bär“ Läsker wettert gegen Apache 207 und Capital Bra

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Der Fanta-4-Manager Andreas „Bär“ Läsker übt harsche Kritik an einigen Rappern der jungen Generation und nennt sie „talentlose Aushilfsjauler“. Der Hype um Apache 207 und Capital Bra sei nur herbeigetrickst. Deren Labels kommentieren die Vorwürfe nicht.

Andreas „Bär“ Läsker in seinem Büro am Römerkastell – jetzt legt er sich mit Apache 207 und Capital Bra an. (Archivbild) Foto: Lichtgut/Julian Rettig/Julian Rettig
Andreas „Bär“ Läsker in seinem Büro am Römerkastell – jetzt legt er sich mit Apache 207 und Capital Bra an. (Archivbild) Foto: Lichtgut/Julian Rettig/Julian Rettig

Stuttgart - Mit diesem „Beef“, wie man Streit in der Hip-Hop-Welt nennt, hätte vermutlich niemand gerechnet: Der Stuttgarter Andreas „Bär“ Läsker, seines Zeichens Manager der Fanta 4, hat auf Twitter heftig gegen die Rapper Capital Bra und Apache 207 ausgeteilt, die derzeit die Streamingcharts auf Musikplattformen wie Spotify anführen. Läsker nannte sie in sozialen Medien unter anderem „vollkommen talentlose Abzocker“, „Aushilfsjauler“, ihre Texte „sinnbefreit“, ihre Hörerreichweiten „gezielt manipulierte Aktionen.“ Was hat er gegen die jungen Musiker?

Verantwortlich für Läskers deutliche Worte sind dem mittlerweile gelöschten Facebook-Post zufolge, der aber auf Twitter aufgegriffen wurde, auch einige Medien. Diese bezeichneten Apache 207 und Capital Bra demnach aufgrund der Streaming-Zahlen als erfolgreicher als die Beatles. „Niemand ist größer als die Beatles“, schrieb Läsker am Ende des Posts.

Manipulationen im Musikmarkt?

Läsker erklärte sich gegenüber unserer Zeitung nicht. Mehrere Versuche der Kontaktaufnahme über sein Büro scheiterten, ein bereits am Montag erbetener Rückruf blieb auch nach mehrmaligem Nachhaken bis Mittwochnachmittag aus.

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Nichtsdestotrotz: Über Manipulationen im Musikmarkt, Klick-Farmen mit softwaregesteuerten Bots, die die Zugriffe von Songs in die Höhe treiben, wird tatsächlich immer wieder berichtet. Für Aufsehen sorgte etwa eine Reportage des vom öffentlich-rechtlichen Angebot betriebenen Youtube-Kanals Y-Kollektiv, das Einblicke in die zweifelhafte Musik-Streaming-Industrie gewährt.

Labels äußern sich nicht zu den Vorwürfen

Ob speziell Apache 207 oder Capital Bra von solchen unlauteren Methoden profitiert haben, ist reine Spekulation Läskers. Aktuell geht man aber davon aus, dass Capital Bra im Mai die Stuttgarter Schleyerhalle ganz ohne Bots füllen wird, Tickets kosten um die 50 Euro. Apache 207 tritt in einer ähnlichen Größenordnung auf. Ob sie damit „größer“ sind als die Beatles, kann angezweifelt werden.

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Die Labels der kritisierten Künstler äußern sich nicht zu den Vorwürfen. Universal Music Deutschland, wo Capital Bra unter Vertrag ist, will zu dem Tweet „keine Auskunft“ geben, wie es unserer Zeitung mitteilte. Two Sides, das Label von Apache 207, hat auf mehrere schriftliche Anfragen unserer Zeitung nicht reagiert. Eine Telefonnummer gibt es auf der Webseite des Labels nicht.




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