Nach Anschlägen auf Kunstwerke in Berlin Museumsbund fordert besseren Schutz

Von red/epd 

In mehreren Häusern der Berliner Museumsinsel haben Unbekannte Dutzende Ausstellungsstücke beschädigt. Der Deutsche Museumsbund fordert nach diesem extremen, nun erst bekannt gewordenen Fall von Vandalismus mehr Hilfe für die Einrichtungen.

Das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel, das derzeit umgebaut wird, gehört zu den betroffenen Häusern. Foto: dpa/Paul Zinken
Das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel, das derzeit umgebaut wird, gehört zu den betroffenen Häusern. Foto: dpa/Paul Zinken

Berlin - Der Deutsche Museumsbund hat nach den Anschlägen auf Kunstwerke der Berliner Museumsinsel mehr Hilfe der Träger für die Einrichtungen angemahnt. Wenn es etwa Bedrohungslagen gebe und Museen heutzutage auch verbal bedroht würden, müsse man sie wahrscheinlich besser schützen, sagte der Präsident Eckart Köhne am Donnerstag im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) auf die Frage, wie solche Vorfälle verhindert werden könnten. Köhne fügte hinzu: „Da würde man sich wünschen, dass man nach einem solchen Vorfall die Schuld nicht wieder bei den Museen sucht.“ Vielmehr müssten die Träger der Einrichtungen fragen, wie die Häuser in ihrer Arbeit unterstützt werden könnten.

Besucher sollen sich frei bewegen

In mehreren Einrichtungen der Berliner Museumsinsel waren am 3. Oktober von Unbekannten Ausstellungsstücke mit einer öligen Flüssigkeit besprüht worden. Betroffen sind insgesamt 63 Objekte in der Alten Nationalgalerie, dem Pergamonmuseum und im Neuen Museum, etwa ägyptische Sarkophage, Steinskulpturen sowie Bilderrahmen von Gemälden.

Einen Anschlag dieser Art hat es nach Einschätzung Köhnes in Deutschland bisher nicht gegeben. Es sei jedoch schwierig, so etwas direkt zu erkennen, sagte er. Zwar gebe es in den Museumsräumen Aufsichtspersonal. Aber wenn der Publikumsverkehr zu groß wird, sei es ganz schwer, so etwas zu verhindern. Zwar könnte das Aufsichtspersonal aufgestockt werden. „Aber Museen sollen eben kein Ort sein, der dauerhaft überwacht wird“, gab Köhne zu bedenken. Besucher wollten sich frei bewegen.




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