Nach Bund-Länder-Gipfel Wo gelten die Corona-Änderungen überhaupt?

Je nach Infektionsgeschehen gelten in Deutschland unterschiedliche Corona-Regeln. Foto: LICHTGUT/Leif Piechowski/Leif Piechowski
Je nach Infektionsgeschehen gelten in Deutschland unterschiedliche Corona-Regeln. Foto: LICHTGUT/Leif Piechowski/Leif Piechowski

Am Mittwoch haben sich Bund und Länder auf das weitere Vorgehen in Sachen Corona geeinigt. In einigen baden-württembergischen Kreisen spielen die neuen Regeln wegen der aktuellen Pandemielage eine Rolle – auch in der Region Stuttgart?

Digital Unit: Jan Georg Plavec (jgp)

Stuttgart - Am Mittwoch haben sich Bund und Länder auf den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie geeinigt. Für die Verschärfung oder Erleichterung von Anti-Corona-Maßnahmen ist dafür die 7-Tage-Inzidenz maßgeblich – also wie viele Neuansteckungen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche in einem Bundesland oder einem Stadt- beziehungsweise Landkreis gezählt wurden.

Welche Kreise in Baden-Württemberg wären aktuell überhaupt von den Änderungen betroffen? Das Landesgesundheitsamt veröffentlicht täglich die neuen Werte zur 7-Tage-Inzidenz. Wie sich die Werte Stand Donnerstagabend in Baden-Württemberg darstellen, zeigen wir auf der folgenden Karte:

Die im Beschluss definierten, relevanten Schwellenwerte sind 50 und 200 Neuinfizierte je 100 000 Einwohner. Oberhalb der 50er-Marke muss „gemäß der Hotspotstrategie sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werden“, daran erinnern Bund und Länder nochmals. Der Blick auf die Karte zeigt, dass alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg derzeit als Hotspots gelten. Der Kreis Ravensburg kommt dem 50er-Wert derzeit noch am nächsten, wird aber wie alle anderen Stadt- und Landkreise im Südwesten realistischerweise in den kommenden Tagen nicht stabil darunter liegen.

Hier gäbe es Wechselunterricht

Die Maskenpflicht ab der siebten Klasse in Kreisen mit „deutlich mehr als 50“ Neuinfizierten je 100 000 Einwohner in der Woche gilt in Baden-Württemberg ohnehin schon. Relevanter ist die 200er-Grenze. Liegt die 7-Tage-Inzidenz darüber, dann „sollen darüber hinaus weitergehende Maßnahmen für die Unterrichtsgestaltung in den älteren Jahrgängen ab Jahrgangsstufe 8 (außer Abschlussklassen) schulspezifisch umgesetzt werden“, heißt es im Bund-Länder-Beschluss – etwa Wechselunterricht.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat diese neue Regel am Donnerstag im Landtag bestätigt. Während beispielsweise ganz Berlin davon betroffen ist, würden im Südwesten aktuell die Schüler in den Stadtkreisen Mannheim und Heilbronn, im Ostalbkreis sowie in den Kreisen Tuttlingen und Lörrach mit dieser Unterrichtsform beschult.

In der Region Stuttgart liegen Stand Donnerstagabend die Landeshauptstadt sowie der Rems-Murr-Kreis mit einer 7-Tage-Inzidenz um die 150 dem Grenzwert am nächsten. Allerdings wurde die 200er-Grenze in der Region bislang noch nicht überschritten.

Zwei Länder stehen gut da

Wenn Länder eine Woche lang eine 7-Tage-Inzidenz von „deutlich unter 50“ haben und diese weiter sinkt, können sie den Teil-Lockdown vorzeitig abschwächen. Derzeit liegen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein unter dem 50er-Wert, derzeit sinkt die Zahl der Neuinfizierten dort auch tendenziell. Sie könnten also die Beschränkungen lockern. In Baden-Württemberg liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 129.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuelle 7-Tage-Inzidenz (Stand Donnerstag) in den Bundesländern:

Unsere Corona-Berichterstattung finden Sie hier.

Unsere Empfehlung für Sie