Nach dem Unwetter in Stuttgart Fridays for Future demonstrieren – und sind wütend auf die Politik

Fridays-for-Future-Demonstranten aus unterschiedlichen Altersgruppen ziehen durch die Stuttgarter Innenstadt Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Fridays-for-Future-Demonstranten aus unterschiedlichen Altersgruppen ziehen durch die Stuttgarter Innenstadt Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Nach einer Pause hat die Fridays for Future Lokalgruppe Stuttgart am Freitag wieder einen Schulstreik für Klimagerechtigkeit veranstaltet. Rund 30 Demonstranten zogen durch die Stuttgarter Innenstadt. Anlass waren die jüngsten und verheerenden Unwetter.

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Stuttgart - „Kein Grad weiter“ hat auf den Bannern der Fridays for Future Klimaschützer gestanden, die am Freitag wieder durch die Stuttgarter Innenstadt zogen. Der aktuelle Anlass waren die Unwetter, die in Stuttgart wüteten. Rund 30 Personen unterschiedlichen Alters folgten dem Aufruf der Stuttgarter Lokalgruppe und liefen mit Bannern und Schildern die Königsstraße entlang bis zum Schlossplatz, wo anschließend eine Kundgebung stattfand.

Unwetter als Warnsignal

„So wird es dauerhaft sein, wenn wir nichts tun“, meinte Moritz Riedacher, stellvertretender Versammlungsleiter und verwies auf das Unwetter. Anfang der Woche hatten Starkregen und extremer Wind beispielsweise Bäume ausgerissen sowie unterirdische Haltestellen überflutet. Sogar Teile des Stuttgarter Operndaches kamen zu Schaden. „Es ist Fünf nach Zwölf. Wir werden das Schweigen der Politik nicht akzeptieren!“, sagte Valeria Amseln, Organisatorin der Veranstaltung. Sie sprach in der anschließenden Kundgebung am Schlossplatz davon, sich von der Politik „nicht aufgefangen“ zu fühlen. Sie sei „verzweifelt und wütend“.

Ziel der Stuttgarter Lokalgruppe war es, auf die „fühlbaren Zeichen des Klimawandels“ aufmerksam zu machen und sich untereinander auszutauschen, so Riedacher. Dafür wurden die Anwesenden nach der Kundgebung eingeladen, in Redekreisen über die Klimakrise und den Umgang der Politik mit dieser zu diskutieren. Dem Appell folgten rund 20 Leute, andere wiederum beobachteten das Geschehen, ohne sich daran zu beteiligen.

Unterschiedliche Meinungen der Passanten

Bei den Außenstehenden gingen die Meinungen über die Bewegung Fridays for Future auseinander. Es gab kritische Stimmen, die den Demonstranten vorwarfen, sie sollten beim Thema Klimaschutz bei sich selbst anfangen. Andere sprachen davon, dass es wichtig sei, auf die Ereignisse aufmerksam zu machen. Wieder andere, wie Gerhard Lachenmann, waren der Meinung, Klimaveränderungen gehörten zu Weltentwicklung dazu. Lachemann betonte allerdings, dass es trotzdem richtig sei, dem Thema Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Zum Abschluss der Kundgebung wurde das Datum des nächsten globalen Klimastreiks genannt: Am 24. September, zwei Tage vor der Bundestagswahl in Deutschland, ruft die Bewegung erneut zu weltweiten Klimademonstrationen auf.




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