Nach der Yi-Ko-Insolvenz „Alles hängt an Burger King Europe“

Der Druchbruch für eine Wiederbelebung von Burger King steht noch aus. Foto: dpa
Der Druchbruch für eine Wiederbelebung von Burger King steht noch aus. Foto: dpa

3000 Beschäftigte der 89 geschlossenen Burger King-Filialen sorgen sich nun in der Vorweihnachtszeit um ihre Jobs. Doch nur ein Ende des Lieferstopps kann sie retten.

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München - Nach dem Pleite-Schock für 89 Burger King-Filialen in der Vorweihnachtszeit laufen die Bemühungen für deren rasche Wiedereröffnung auf Hochtouren. Dazu hat der vorläufige Insolvenzwalter Marc Odebrecht erste Gepräche mit Burger King Deuschland geführt, sagte ein Sprecher des Hamburger Anwalts. „Alle haben einen guten Willen gezeigt", betonte er. Ein Durchbruch in Form einer Wiederbelieferung der 89 Restaurants stehe aber noch aus.

Burger King hatte die Restaurants Mitte November eingestellt, weil ihr hier zu Lande größter Franchisenehmer Yi-Ko wiederholt gegen Arbeitsrechte und Hygienestandards verstoßen hatte. „Jetzt ist der Weg frei für einen kompletten Neuanfang", erklärte Burger King nach dem Insolvenzantrag der Yi-Ko-Betreibergesellschaft Burger King GmbH in Stade, nicht zu verwechseln mit dem Münchner Franchisegeber Burger King Europe. Der Münchner Ableger des US-Konzerns beteuert, mit Odebrecht kooperieren zu wollen, um die 89 seit drei Wochen geschlossenen Filialen schnellstmöglich wieder aufzusperren. Wann das sein könnte und ob man bereit ist, den verhängten Lieferstopp aufzuheben, sagen die Burger King-Manager aber nicht.

Die Löhne sind sicher

Die rund 3000 vom Burger-Drama betroffenen Filialmitarbeiter hätten indessen noch von Yi-Ko ausstehende November-Gehälter überwiesen bekommen, sagte ein Sprecher Odebrechts. Für die nächsten drei Monate bis einschließlich Februar seien die Löhne nun per Insolvenzgeld gesichert. Alle Beteiligten hoffen aber auf eine Lösung weit vor Ablauf dieser Frist und ein gutes Ende für das unverschuldet in eine prekäre Situation geratene Personal.

Nach dem jüngsten Ausscheiden des für die Missstände bei Yi-Ko verantworlichen Gesellschafters Ergün Yildiz wäre es für die Beschäftigten besser gewesen, Burger King Europe hätte sich mit dem verbliebenen Gesellschafter Alexander Kobolov geeinigt, meinte ein Sprecher der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) zum Geschehen. Aber Burger King habe in Deutschland einen Neuanfang erzwingen wollen, obwohl man mit Kobolov in dessen Heimat Russland unvermindert zusammenarbeitet. Das berge ein Risiko für die 3000 Beschäftigten der 89 geschlossenen Filialen.

Die Marke hat unter dem Skandal gelitten

Nachdem die gesamte Marke unter dem Skandal zuletzt gelitten habe, sei unsicher, ob alle 89 Restaurants noch eine Zukunft haben, hieß es bei der NGG. Alle denkbaren Investoren seien vorsichtig geworden. Ein Drittel aller bisherigen Burger King-Kunden hätten zuletzt in Umfragen erklärt, dort nicht mehr essen zu wollen. „Wir gehen aber davon aus, dass Burger King jetzt einen Plan hat", meinte der NGG-Experte. Sonst drohe die Abwicklung.

Auch andere Experten warnen. Es seien 89 einzelne Franchiseverträge, die einen neuen Abnehmer suchen. In dieser Größenordnung gebe es hier zu Lande kaum einen Kandidaten, sodass die Filialen wohl einzeln eine neue Zukunft finden müssten. Dabei könne die eine oder andere auf der Strecke bleiben. „Alles hängt an Burger King Europe", sagt ein mit den jüngsten Verhandlungen vertrauter Insider. Die Filialen könnten sofort wieder öffnen, wenn der Münchner Franchisegeber sie wieder beliefert, was von heute auf morgen möglich wäre. An Kobolov seien die Verhandlungen mit Burger King im Übrigen nicht gescheitert. Er habe zugesagt, alle arbeitsrechtlichen und hygienischen Forderungen zu erfüllen und sei auch zu neuen Investitionen bereit gewesen. Letzteres bestätigen auch die Anwälte Kobolovs. Burger King Europe beteuert, es seien in der Kürze der Zeit, nicht alle Risiken bei Yi-Ko abschätzbar gewesen. Burger King wurde 1954 gegründet und ist sowohl weltweit mit 14 000 Filialen als auch in Deutschland mit fast 700 Restaurants die zweitgrößte Fastfood-Kette hinter McDonald's. In Eigenregie betreibt der Konzern hier zu Lande keine Filiale mehr. Er kooperiert ausschließlich mit Franchisepartnern.

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