Nach Großbrand in Stuttgart Verdächtiger Bus unter die Lupe genommen

Im Busdepot in Gaisburg gibt es nun Sicherungsmaßnahmen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Im Busdepot in Gaisburg gibt es nun Sicherungsmaßnahmen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Ermittler und Gutachter haben sich erstmals am Brandherd des Großfeuers im SSB-Busdepot Gaisburg aufgehalten – trotz Sturmtief Ignatz.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Auch Sturmtief Ignatz und eine einsturzgefährdete Abstellhalle haben die Ermittler und Sachverständigen nicht aufhalten können: Am Donnerstag haben Gerüstarbeiten am ausgebrannten Teil des SSB-Busdepots Gaisburg die ersten Ermittlungen unmittelbar am Brandherd ermöglicht. Dabei konnten sich Kriminaltechniker und die Sachverständigen mehrerer Auftraggeber erstmals dem verdächtigen Bus nähern, der beim Großbrand am 30. September als erstes Feuer gefangen haben soll.

Gutachter haben auch anderswo fleißig gemessen

Dabei handelt es sich um einen Daimler-Elektrobus des Typs Evobus e-Citaro mit Festkörperbatterien. Ein solcher war unter anderem auf der Innenstadt-Schnelllinie X 1 im Einsatz. „An dem betroffenen Bus konnten verschiedene Messungen gemacht werden“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann, „die Daten werden von den Gutachtern nun ausgelesen und ausgewertet.“ Nach wie vor gehe man von einem technischen Defekt als Ursache aus.

Erst am Mittwoch hatte eine Sprecherin von Daimler Buses auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt, dass ein e-Citaro-Bus im Fokus der Ermittlungen steht. „Wir haben im Rahmen der behördlichen Ermittlungen ein baugleiches Fahrzeug für Untersuchungen zur Verfügung gestellt.“ Die Gutachter waren an Vergleichsmessungen beim Ladevorgang interessiert – dafür gab es dem Vernehmen nach bei einem Vertragshändler mit Servicestation von Daimler-Bussen im Kreis Esslingen Gelegenheit.

Irgendwann droht wohl der Abriss

Am späten Abend des 30. September waren 25 Busse der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) im Depot Gaisburg in Flammen aufgegangen. „Über die Höhe des Schadens lässt sich weiterhin nichts Genaues sagen“, erklärt SSB-Sprecherin Birte Schaper. Nach ersten Schätzungen dürfte die Zehn-Millionen-Euro-Marke überschritten sein. Das Dach der Abstellhalle ist wohl kaum vor dem Abriss zu bewahren – zumal eine größere E-Bus-Flotte einen Gebäude mit besseren Brandschutzvorkehrungen erfordert.




Unsere Empfehlung für Sie