Nach negativem Corona-Test Syrer bedanken sich bei Angela Merkel mit riesigem Graffiti

Von red/dpa 

Unter Syrern genießt Bundeskanzlerin Angela Merkel große Sympathien. Nach ihrem negativen Corona-Test haben ihr Menschen ihn Idlib nun auf ganz besondere Weise gedankt: Mit einem überlebensgroßen Porträt.

Graffitis wie dieses sind in der Rebellenprovinz Idlib sehr bliebt. Foto: dpa/Anas Alkharboutli 6 Bilder
Graffitis wie dieses sind in der Rebellenprovinz Idlib sehr bliebt. Foto: dpa/Anas Alkharboutli

Idlib - Nach ihrem negativen Corona-Test haben zwei Graffiti-Künstler aus der Rebellenprovinz Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes Bundeskanzlerin Angela Merkel in besonderer Form ihren Dank gezeigt: mit einem überlebensgroßen Porträt der Kanzlerin. Dazu ein Herz in Rot und der Text: „Frau Merkel, Ihr Wohlergehen freute uns in Idlib.“ Bilder davon machen seit Tagen in den sozialen Medien die Runde.

Er male seit langem über alle möglichen Themen, erzählt der Syrer Asis al-Asmar, vor allem wenn es um Gerechtigkeit und Menschlichkeit gehe. „Jetzt haben wir Merkel gezeichnet, die viele Flüchtlinge aufgenommen hat, nicht nur Syrer, und sie so gut behandelt hat, als wären sie Einheimische“, sagt der 48-Jährige. „Als nach dem Corona-Test feststand, dass sie gesund ist, haben wir ihr die Botschaft geschickt, dass wir in Idlib froh sind. Wir danken ihr.“

Kanzlerin in dem Ort Binnisch verewigt

Verewigt haben sie die Kanzlerin in dem Ort Binnisch (auf dem Graffiti geschrieben: „Binnich“). Dafür haben sie ein Gebäude ausgesucht, das bei Luftangriffen zerstört wurde. In den vergangenen Monaten griffen Flugzeuge der syrischen Regierung und ihres Verbündeten Russland die Region um Idlib immer wieder aus der Luft an. Asis al-Asmar zieht aus den Trümmern ein Metallstück: „Das sind die Reste einer Rakete.“ Auch Bücher, Taschen und zerstörtes Spielzeug lägen hier noch herum.

Für Graffitis suchten sie sich häufig solche zerstörten Häuser aus, weil diese ehrlich von sich selbst erzählten, sagt Asis: „Hier in diesem Haus haben früher Menschen gelebt, es war voller Erinnerungen, doch dann wurde es bombardiert, und die Menschen sind geflohen.“

Graffitis wie dieses sind in der Rebellenprovinz Idlib sehr bliebt. Sie haben sich dort in den vergangenen Jahren zu einer Kunstform entwickelt, mit der die Syrer ihre Gefühle ausdrücken und der Welt zeigen wollen, was sie im Bürgerkrieg durchmachen. „Gott sei Dank“, sagt auch Asis, „gibt es bei uns Kultur und alle Arten der Kunst.“