Nach Razzien in Stuttgart Antifaschisten bekunden Solidarität mit Tatverdächtigen

Von Tilman Baur 

Nachdem die Polizei am Morgen neun Wohnungen wegen Landfriedensbruch und eine zusätzlich wegen versuchten Totschlags durchsucht hat, hat eine Antifa-Gruppe am Rotebühlplatz demonstriert.

Kritik übten verschiedene Redner unter anderem an der medialen Darstellung von Zentrum Automobil als Gewerkschaft. Foto: Andreas Rosar 11 Bilder
Kritik übten verschiedene Redner unter anderem an der medialen Darstellung von Zentrum Automobil als Gewerkschaft. Foto: Andreas Rosar

Stuttgart - Mehr als 100 Menschen sind am Donnerstagabend zu einer Solidaritätskundgebung auf dem Rotebühlplatz zusammengekommen. Das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region (AABS) hatte dazu aufgerufen, Redebeiträge steuerten unter anderem Vertreter der Roten Hilfe und der Interventionistischen Linken bei. Die Demo war eine direkte Reaktion auf eine landesweite Razzia am Morgen, in deren Verlauf die Wohnungen von neun Menschen durchsucht wurden; gegen einen von ihnen wurde Haftbefehl erlassen.

Redner übten Kritik

Die Polizei verdächtigt die Personen, am Rande einer Corona-Demo am 16. Mai ein Mitglied der als Gewerkschaft auftretenden rechten Vereinigung Zentrum Automobil angegriffen und schwer verletzt zu haben. Die Teilnehmer der Demo werten die Razzia dagegen als politisch motivierte Aktion staatlicher Repressionsorgane gegen Antifaschisten.

Rechte Kräfte seien gesellschaftlich im Aufwind, Hetze werde salonfähig – gerade angesichts dieses Klimas seien Solidarität und Antifaschismus wichtig und notwendig, so der Tenor. Kritik übten verschiedene Redner auch an der medialen Darstellung von Zentrum Automobil als Gewerkschaft.

„Das ist eine faschistische Scheingewerkschaft, die mit Arbeiterrechten nichts zu tun hat“, so eine Rednerin. Den Tatverdächtigen sicherten die Redner ihre volle Solidarität zu. „Wenn eine Person betroffen ist, betrifft es alle“, so eine Sprecherin des AABS.




Unsere Empfehlung für Sie