Nach Sieg im Handball-Derby Frisch Auf pirscht sich an Europacupplätze ran

Mit sechs Treffern bester Frisch-Auf-Werfer im Derby gegen die SG BBM Bietigheim: Rückraumspieler Ivan Sliskovic. Foto: Baumann
Mit sechs Treffern bester Frisch-Auf-Werfer im Derby gegen die SG BBM Bietigheim: Rückraumspieler Ivan Sliskovic. Foto: Baumann

Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen ist mit dem 31:27 gegen die SG BBM Bietigheim die Revanche für die Hinspiel-Niederlage beim Aufsteiger geglückt. Nach 14:2 Punkten in Serie ist die Tuchfühlung zu den Europapokalplätzen hergestellt. Zudem spricht der Spielplan für Frisch Auf.

Sport: Jürgen Frey (jüf)
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Göppingen - Bietigheims Kapitän Patrick Rentschler (28) stand nach den umkämpften 60 Derby-Minuten konsterniert auf dem Spielfeld der EWS-Arena und stemmte die Hände enttäuscht in die Hüfte. Ein paar Meter weiter feierte sein Bruder Marco (23) mit seinen Mitspielern und den Fans von Frisch Auf Göppingen einen 31:27(15:14)-Heimsieg und damit die Revanche für die völlig überraschende 29:30-Niederlage im Hinspiel.

Prost hält wichtige Bälle

Patrick hatte das Bruder-Duell nach selbst erzielten Treffern gewonnen – er warf fünf, Marco drei Tore – doch das interessierte den Kreisläufer in diesem Moment logischerweise nicht die Bohne: „Davon kann ich mir nichts kaufen“, sagte Patrick Rentschler. Dennoch fand er positive Aspekte: „Wir haben alles reingeworfen, 40 Minuten lang gut mitgehalten, dann hält Primoz Prost ein paar Bälle, und wir machen zu viele leichte technische Fehler.“ Die nutzte Frisch Auf eiskalt zu Toren nach Tempogegenstößen und zog nach dem 16:16 (33.) über 20:16 (42.) auf 28:22 (50.) davon. „Wir hatten nach der Pause eine stabilere Abwehr und haben kämpferisch weiter voll dagegen gehalten“, sagte Marco Rentschler – und ergänzte freudestrahlend: „Dies war der perfekte Jahresabschluss.“

„Fantastische Ausgangsposition“

Und das nach einer Berg- und Talfahrt im vergangenen Halbjahr. Dem 8:2-Punkte-Traumstart folgte ein 0:12-Punkte-Tief, ehe es für Frisch Auf nun wieder 14:2 Punkte in Serie gab. „Wir haben uns eine fantastische Ausgangsposition erarbeitet“, freute sich Trainer Hartmut Mayerhoffer nach dem Erfolg gegen seinen Ex-Club. Mit 22:16 Punkten und Platz sieben sind auch die Europapokalplätze nicht außer Reichweite. Der fünfte und möglicherweise auch der sechste Platz reichen voraussichtlich zur Teilnahme am EHF-Pokal, den Frisch Auf 2011, 2012, 2016 und 2017 gewonnen hat. Zudem kommt der Spielplan den Grün-Weißen im neuen Jahr entgegen: Sechs Auswärtsspielen stehen neun Partien zu Hause in der EWS-Arena entgegen, darunter sind die gleich ersten drei Spiele 2019 gegen den THW Kiel (7. Februar), den SC DHfK Leipzig (14. Februar) und MT Melsungen (24. Februar).

Spielplan spricht für Bietigheim

Frisch Auf blickt vorsichtig optimistisch nach oben, doch auch der württembergische Nachbar darf sich Hoffnungen machen, sein Saisonziel Klassenverbleib zu erreichen. Der couragierte Auftritt vor den 4900 Zuschauern in Göppingen macht Mut, zudem kommen noch die direkten Konkurrenten Eulen Ludwigshafen und VfL Gummersbach nach Bietigheim. „Wir sind bei der Musik, die Nicht-Abstiegsplätze sind in Schlagdistanz“, sagte SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger. Auf die top Einstellung seiner Mannschaft kann er ohnehin bauen: Wir werden kämpfen bis zum letzten Tropfen“, sagte der starke SG-Spielmacher Jonas Link, mit sieben Toren bester Werfer.

Sliskovic bester Frisch-Auf-Werfer

Sein Pedant bei Frisch Auf, Tim Kneule, musste früh wegen einer Fersenprellung verletzt vom Feld. Erfolgreichste Werfer waren Ivan Sliskovic (6), Nemanja Zelenovic, Kresimir Kozina (je 5) und Marcel Schiller (5/4), der am Vortag Vater eines Sohnes wurde.

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