In Stuttgart treffen Polizisten in der Silvesternacht auf Dutzende junge und aggressiv auftretende Menschen. Am Tag darauf äußert sich Oberbürgermeister Frank Nopper zur Sperrung des Schlossplatzes.

Digital Unit: Jonas Schöll (jo)

Stuttgart - Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hat die zeitweise Sperrung des Schlossplatzes in der Silvesternacht gerechtfertigt. Das Stadtoberhaupt nahm in einer Mitteilung am Neujahrstag Bezug auf eine „zeitweilig sehr angespannte Situation“, in der aggressiv auftretende Feiernde in einen Konflikt mit der Polizei traten. Auch Stefan Prägert, der zuständige Abteilungsleiter im Amt für öffentliche Ordnung, teilte diese Auffassung: „Wenn wir den Schlossplatz nicht abgesperrt hätten, wäre die dortige Situation noch wesentlich brenzliger gewesen,“ wird der Mann vom Ordnungsamt weiter zitiert. „Egal wie sehr man sich darüber ärgert, nicht auf den Schlossplatz zu kommen: Angriffe auf Polizisten sind nicht hinnehmbar.“

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Was war geschehen? In der baden-württembergischen Landeshauptstadt strömten nach Angaben eines Polizeisprechers kurz vor dem Jahreswechsel zunehmend Menschen zum Schlossplatz. Dieser wurde deshalb vorübergehend abgesperrt. Junge und aggressive Männer hätten an den Absperrungen in Richtung der Beamten gedrängt und einige hätten Böller auf Polizisten geworfen, hieß es.

Mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Menge

Die Beamten gingen demnach mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Menge vor. Ein 16-Jähriger sei nach einem gezielten Böllerwurf vorläufig festgenommen worden. Es seien insgesamt fünf Strafanzeigen und 60 Ordnungswidrigkeiten aufgenommen worden, teilte ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart am Samstag mit. Vier Polizisten seien durch Widerstandshandlungen oder Knalltraumata leicht verletzt worden.

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Angesichts der weiter hohen Corona-Fallzahlen und der sich ausbreitenden Omikron-Variante galten an vielen Orten im Südwesten für den letzten Tag des Jahres strikte Vorgaben. In Stuttgart durfte etwa innerhalb des Cityrings weder Alkohol getrunken noch Feuerwerk gezündet werden. Der Schlossplatz wurde zudem eingezäunt und Zutritt erhielt nur, wer dort das Riesenrad besuchen wollte.

Fast alle, die in der Silvesternacht in der Innenstadt unterwegs waren, haben sich den Worten Noppers zufolge an diese Regeln gehalten. So sei – abgesehen vom Schlossplatz – sehr friedlich ins neue Jahr hinein gefeiert worden. Neben dem Cityring hatte die Stadt für die Silvesternacht fünf weitere Sicherheitszonen benannt: den Marienplatz, den Platz rund um den Feuersee, den Wilhelmsplatz, die Grabkapelle Rotenberg und Schloss Solitude. Dort waren Pyrotechnik und Alkohol verboten und es bestand ein Verweilverbot für Gruppen mit mehr als zehn Personen.

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