Nach Spionagevorwurf Russland schließt Vertretung bei Nato

Wladimir Putin, Präsident von Russland (Archivbild) Foto: dpa/Alexei Druzhinin
Wladimir Putin, Präsident von Russland (Archivbild) Foto: dpa/Alexei Druzhinin

Die russische Vertretung bei der Nato wird zum 1. November ihre Arbeit in Brüssel einstellen. Auch die Nato-Vertretung in Moskau könnte abgezogen werden. Der Tonfall zwischen Russland und dem Westen verschärft sich.

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Moskau - Russland kappt nach dem Rauswurf von acht Mitarbeitern seiner Vertretung bei der Nato die förmlichen Verbindungen zu dem westlichen Militärbündnis. Allen Mitarbeitern der Nato-Vertretung in Moskau werde am 1. November die Akkreditierung entzogen, kündigte Verteidigungsminister Sergej Lawrow am Montag an.

Zudem werde die russische Vertretung bei der Nato in Brüssel ebenfalls am 1. November ihre Arbeit einstellen. Künftig könne die Nato über die russische Botschaft in Brüssel mit Russland kommunizieren, falls das nötig sein sollte, berichteten russische Nachrichtenagenturen.

Neuer Kalter Krieg?

Die Nato hatte kürzlich acht Mitglieder der Vertretung Russlands unter dem Vorwurf der Spionage für unerwünscht erklärt. Die Maßnahme stehe nicht in Zusammenhang mit einem bestimmten Vorfall, hatte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärt. Es sei aber seit einiger Zeit eine Zunahme feindseligen Verhaltens seitens Russlands festgestellt worden.

Der Vorfall ist ein weiterer Beleg für die Eintrübung der Beziehungen zwischen westlichen Staaten und Russland. Aus Sicht von Beobachtern sind sie fast wieder auf das Niveau des Kalten Krieges abgesunken, als der Westen und die damalige Sowjetunion eine konfrontative Politik verfolgten. Russland wirft der Nato vor, seinen Einfluss in Richtung russischer Grenzen auszuweiten. Die Nato erklärt hingegen, sie stärke vor dem Hintergrund der Annexion der ukrainischen Krim durch Russland östliche Mitgliedsstaaten.




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