Nachbarschaftsstreit Darum streiten sich Nachbarn

Von  

Wenn Nachbarn sich streiten kann es ganz schön ekelig werden, denn nicht selten kommen Mistgabeln, Gift oder leicht entflammbare Flüssigkeiten zum Einsatz. Die Streitgründe sind dabei häufig die gleichen.

Die Nachbarskinder waren auf dem Grundstück, der Junior hört zu laut Musik, der Wagen des Nachbarn stört beim Einparken. Es gibt 1000 und einen Grund, warum sich Nachbarn in die Haare kriegen. Foto: dpa-tmn/ 11 Bilder
Die Nachbarskinder waren auf dem Grundstück, der Junior hört zu laut Musik, der Wagen des Nachbarn stört beim Einparken. Es gibt 1000 und einen Grund, warum sich Nachbarn in die Haare kriegen. Foto: dpa-tmn/

Schwabach/Stuttgart - Mit einer zunächst unbekannten Flüssigkeit hat ein Mann bei einem Nachbarschaftsstreit in Schwabach nahe Nürnberg fünf Menschen verletzt. Betroffen seien außerdem zwei Polizeibeamte, die Dämpfe eingeatmet und Atemwegsreizungen erlitten hätten, sagte ein Sprecher der Polizei. Die beiden Polizisten und die fünf Anwohner wurden in Krankenhäuser gebracht.

Die Feuerwehr habe das Gelände großräumig abgesperrt. Die Feuerwehr prüfe, um welche Substanz es sich handele und wie sie unschädlich zu machen sei. Insgesamt waren 150 Einsatzkräfte am Ort, wie die Polizei am Abend mitteilte.

Auch Baden-Württemberger streiten gerne

Laut einer Forsa-Studie streitet jeder zweite Deutsche mit seinen Nachbarn. Einer repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstituts im Auftrag der Gothaer Versicherung hat ergeben, dass Norddeutsche (Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) am streitlustigsten sind. Von den als kühl und eher reserviert geltenden Norddeutschen beklagen sich 54 Prozent, dass Nachbarn ihnen manchmal auf den Geist gehen.

Auf Platz zwei stehen die Nordrhein-Westfalen (47 Prozent), dicht gefolgt von den Baden-Württemberger mit 45 Prozent. Die Bayern stehen mit 43 Prozent auf Platz vier. Ostdeutsche bilden mit 41 Prozent das Schlusslicht im Nachbarschaftsstreit-Ranking.

Lesen Sie hier: Nachbarschaftsstreit – Wie Zwistigkeiten eskalieren können

Lieblingshobby: Nachbarn piesacken

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Diesen Satz, den Friedrich Schiller seinem Helden Wilhelm Tell in den Mund legte, beschreibt treffend eine der Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen: Nachbarn piesacken.

Die Hecke ist um ein paar Zentimeter zu hoch. Der Hund hat im Vorgarten einen Haufen hinterlassen. Die Nachbarskinder waren auf dem Grundstück, der Junior hört zu laut Musik, der Wagen des Nachbarn stört beim Einparken.

Banale Anlässe, brutale Exzesse

So banal oft die Gründe für Nachbarschaftsstreitereien sind, so brutal und heimtückisch werden die Animositäten ausgetragen. Die Wahl der Waffen steht in keinem Verhältnis zum Anlass für die Zwistigkeiten.

Wenn Nachbarn über kreuz miteinander liegen, greifen sie zu Baseballschlägern, Holzknüppeln, Rattengift, Messern, Mistgabeln, Benzin oder anderen leicht entflammbaren Flüssigkeiten, Säure und stinkenden Unrat.

Lesen Sie hier: Recht und Gesetz – Was im Garten erlaubt ist

Typologie des Streithansel

Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sind streitsüchtige Nachbarn in der Regel zwischen 40 und 49 Jahre alt. Notorische Streithähne verdienen demnach zwischen 2000 und 2500 Euro, sind selbstständig oder einfache Arbeiter und besitzen einen Haupt- oder Volksschulabschluss. Außerdem wird sich in kleinen Orten mehr gefetzt als in großen Gemeinden.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen, warum so häufig zwischen Nachbarn die Fetzen fliegen.




Unsere Empfehlung für Sie