Nachfrage nach Wohnraum in Stuttgart Wie sich Corona auf die Mieten im Kessel auswirkt

Das Interesse an teuren Mietwohnungen lässt laut  dem Marktforschungsinstitut des Immobilienverbands Deutschland Süd  in Stuttgart etwas nach Foto: dpa/Marijan Murat
Das Interesse an teuren Mietwohnungen lässt laut dem Marktforschungsinstitut des Immobilienverbands Deutschland Süd in Stuttgart etwas nach Foto: dpa/Marijan Murat

Die Nachfrage nach Wohnungen zur Miete oder zum Kauf ist in Stuttgart wegen des knappen Angebots weiterhin hoch, hat durch die Corona-Krise aber an Dynamik eingebüßt, so der Immobilienverband Deutschland (IVD) in seinem aktuellen City-Report.

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Stuttgart - In den vergangenen Jahren gab es bei Kauf- und Mietpreisen für Wohnimmobilien in Stuttgart nur eine Richtung: nach oben. Die Corona-Pandemie hat zwar nicht dazu geführt, dass es nun in die Gegenrichtung geht, doch sie hat den Aufwärtstrend merklich abgeschwächt.

Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsinstitut des Immobilienverbands Deutschland Süd (IVD), das am Montag seinen City-Report Stuttgart Herbst 2020 vorgestellt hat. „Der Anstieg verläuft etwas gedämpfter als in den Vorjahren“, fasste der IVD-Sprecher Stephan Kippes die Lage bei einer virtuellen Pressekonferenz zusammen. Der Markt für Kaufobjekte sei durch die Pandemie geschrumpft, sagte Kippes. Der Verband macht dies an der gesunkenen Zahl an Wohnungsangeboten, Besichtigungen und Kaufverträgen fest. So seien beispielsweise in den vergangenen vier Wochen 7,2 Prozent weniger Wohnungen auf dem Markt gewesen als im Vorjahreszeitraum.

Verknappung des Angebots geht mit einem Rückgang der Interessenten einher

Sorgen bereiten Kippes sowohl die geringe Anzahl an Baugenehmigungen, die bereits 2019 stark zurückgegangen ist und auf diesem Niveau verharrt, als auch die ebenso geringe Zahl an fertiggestellten Objekten. Die Verknappung des Angebots ging mit einem Rückgang der Interessenten in manchen Segmenten einher.

Im oberen Marktsegment der Kaufimmobilien stelle man eine Sättigung fest, ebenso lasse das Interesse an teuren Mietwohnungen etwas nach, sagte Kippes. Insgesamt sei die Nachfrage auf dem Mietmarkt aber weiterhin sehr hoch. Grund dafür sei das unausgewogene Verhältnis von Angebot und Nachfrage in Stuttgart, das auch Corona nicht wesentlich beeinflusst hat.

Treiber der hohen Baupreise seien die steigenden Grundstückspreise

Wesentlicher Treiber der hohen Baupreise in der Stadt seien wiederum die steigenden Grundstückspreise, sagte Kippes. „Sie steigen, weil einfach nichts da ist. Das Angebot rund um Stuttgart ist karg.“ Die Quadratmeterpreise seien in Stuttgart im Landesvergleich deswegen weiterhin sehr hoch.

So zahlen zwei Drittel aller Mieter mit neuem Mietvertrag mehr als 13 Euro pro Quadratmeter, 40 Prozent gar 15 Euro und mehr. Zum Vergleich: In Karlsruhe liegen nur 11,3 Prozent in diesem höchsten Segment, in Mannheim 8,6 Prozent und in Reutlingen 5,8 Prozent.




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