Nachgekocht aus Tim Raues „Rezepte aus der Brasserie“ Ziegenkäsegnocchi vom Sternekoch

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Obwohl es im Internet überall gratis Rezepte gibt, sind Kochbücher nach wie vor sehr beliebt. Ob sie aber wirklich etwas taugen, merkt man erst, wenn man daraus kocht. Heute im Test: Ziegenkäsegnocchi aus Tim Raues „Rezepte aus der Brasserie“.

Das schmeckt wirklich so gut, wie es aussieht. Die Zubereitungsschritte sehen Sie in unserer Bildergalerie. Und auch das Testergebnis. Foto: Jörg Lehmann/Callwey Verlag 10 Bilder
Das schmeckt wirklich so gut, wie es aussieht. Die Zubereitungsschritte sehen Sie in unserer Bildergalerie. Und auch das Testergebnis. Foto: Jörg Lehmann/Callwey Verlag

Stuttgart - Tim Raue ist vor allem für seine asiatisch inspirierte Sterneküche bekannt. Mit seinem Brasserie-Konzept „Colette“ brachte er ein Stück Frankreich nach Berlin, München und Konstanz. Vor Corona war es schwierig, dort einen Tisch zu ergattern. Jetzt haben die Restaurants leider geschlossen. Was gegen akutes Fernweh hilft, ist manchmal, sich in die Küche zu stellen und zu kochen.

Wer ist das? Tim Raue, bekannt aus dem Fernsehen mit seinem Kumpel Tim Mälzer. Raue wurde 1974 in Berlin geboren. Er wuchs in einfachen Verhältnissen in Kreuzberg auf und war Mitglied einer Jugendbande. Er machte eine Kochausbildung, eröffnete nach verschiedenen Stationen 2010 sein erstes eigenes, nach ihm benanntes Restaurant Tim Raue in Berlin-Kreuzberg, das aktuell zwei Michelin-Sterne hat. Es ist zudem das einzige deutsche Restaurant in der Liste „The World’s 50 Best Restaurants“. Als kulinarischer Berater betreut er die drei Brasserien Colette Tim Raue in München, Konstanz und Berlin. Zuletzt hat er die Villa Kellermann in Potsdam eröffnet.

Was ist das für ein Buch?

Gemeinsam mit Steve Karlsch, dem kulinarischen Direktor der Brasserien Colette, hat Raue ein optisch sehr schönes Kochbuch gemacht. Neben Rezepten mit viel Butter und Sahne, was genau jetzt das Richtige ist, gibt es Geschichten und wunderschönen Bildern aus Paris.

Das Test Rezept: Ziegenkäsegnocchi mit Lavendelhonig und Feige (für vier Personen)

Zutaten

1. Gnocchi

500 Gramm mehligkochende Kartoffeln

4 Eigelb

125 Gramm Parmesan

500 Gramm Ziegenfrischkäse

450 Gramm Mehl

Salz

Muskat

weißer Pfeffer

2. Zwiebeln

2 rote Zwiebeln

Meersalz

Olivenöl

3. Sauce

100 Gramm Ziegenkäse

300 Milliliter Gemüsebrühe

50 Milliliter Apfelsaft

1 Teelöffel Lavendelblüten

1 Esslöffel Lavendelhonig

1 Teelöffel Zitronenthymian

Salz

weißer Pfeffer

4. Feigen

80 Gramm Butter

2 Feigen

2 Esslöffel Lavendelhonig

1 Esslöffel Zitronenthymianblätter

Z U B E R E I T U N G

1.Der Teig: Kartoffeln weichkochen, ausdampfen und durch die Kartoffelpresse

drücken. Die Eigelbe unterrühren, fein geriebenen Parmesan und den Ziegenfrischkäse unterziehen, das Mehl einkneten und würzen. Den Teig zu Rollen formen und die Gnocchi mit einem Messer oder einer Gabel abstechen. In kochendem Salzwasser 8 Minuten garen, bis sie nach oben steigen, und abtropfen lassen.

2.Die Zwiebeln: Rote Zwiebeln sechsteln, leicht salzen und mit Olivenöl beträufeln. 14 Minuten bei 160 °C im Ofen backen und beiseitestellen.

3.Die Sauce: Alle Zutaten mixen und bei Raumtemperatur aufbewahren.

4.Das Finale: Die Butter in eine Pfanne geben, die Feigen sechsteln und kurz in der Butter schwenken. Honig unterrühren und die Feigen darin leicht karamellisieren lassen. Die Zwiebeln sowie die Gnocchi dazugeben und alles gut durchschwenken. Zum Schluss die Zitronenthymianblätter dazugeben. Etwas von der Ziegenkäsesauce auf vorgewärmte tiefe Teller geben und die Gnocchimischung darauf anrichten.

So lange dauert’s:

Das dauert mehr als eine Stunde. Aber für Gäste, denen man das Gericht gerne an einem schönen Sommerabend im August servieren möchte, lässt sich das sehr gut vorbereiten.

Das sagen die Mitesser:

Wie großartig ist bitte dieses Essen. Es lässt uns davon träumen, irgendwann, wenn die Feigensaison startet, Freunde einzuladen. Schon allein der Menge wegen: Der Kartoffelteig ergibt sehr viele Gnocchi. Beim nächsten Mal würden wir die doppelte Menge an Zwiebeln und Feigen verwenden. Aber das ist, wie immer, Geschmackssache.

Für Fans von:

Frankreich und gutem Essen. Für alle Menschen, die die akute Sehnsucht mit Kulinarik bekämpfen.

Weitere Tipps:

Der Salat Colette, der eigentlich aus drei verschiedenen Salaten (Kichererbsen-, Couscous- und Rote-Bete-Salat) besteht, muss unbedingt als nächstes probiert werden. Und der Blumenkohl „Polonaise“, und das Ratatouille und diese Mousse au Chocolat. Und träumen derweil von einem Bistrobesuch!

Tim Raue: Rezepte aus der Brasserie. Callwey-Verlag. 39,95 Euro.




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