Nachruf auf Trini Lopez Ein Hammer-Sänger

Trini Lopez (1937 – 2020) starb an den Folgen der Covid-19-Erkrankung. Foto: PublicAd/PARC
Trini Lopez (1937 – 2020) starb an den Folgen der Covid-19-Erkrankung. Foto: PublicAd/PARC

Seine lateinamerikanischen Wurzeln hat er nie verleugnet – in der Popwelt der sechziger Jahre war Trini Lopez eine Ausnahmeerscheinung. Dass der Sänger und Gitarrist, der sich sozial engagierte, mit der Interpretation eines Protestsongs seine Weltkarriere startete, ist vielleicht kein Zufall.

Kultur: Ulla Hanselmann (uh)

Stuttgart - Trinidad Lopez III. – so nannten die mexikanischen Eltern ihren Sohn, der am 15. Mai 1937 in Dallas, Texas, geboren wurde. Seinen Namen verkürzte er später, doch abgelegt hat ihn der Einwanderer-Sohn nie – auch nicht, als er in den sechziger Jahren die Charts stürmte. In der Pop- und Folkszene dieser Zeit waren Latinos nur selten vertreten und mexikanische Wurzeln einer Karriere eher hinderlich. „Ich bin stolz, ein Lopez zu sein. Ich bin stolz, ein Mexicano zu sein“, so Lopez 2017 in einem Interview.

In 36 Ländern Frank Sinatra

Es ist deshalb vielleicht kein Zufall, dass Trini Lopez, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs und als Straßenmusiker anfing, nachdem ihm sein Vater eine Gitarre geschenkt hatte, mit einem Protestsong den Durchbruch schaffte: Nachdem ihn Frank Sinatra bei seiner Plattenfirma Reprise Records unter Vertrag nahm, interpretierte Lopez 1963 die Gerechtigkeits-Hymne „If I had a Hammer“ und wurde damit in 36 Ländern die Nummer eins.

Die Sechziger waren seine Zeit – bis 1968 platzierte er sich mit 13 Titeln in den US-Hitlisten, darunter „Lemon Tree“ oder „La Bamba“. Auch in Deutschland erlagen die Fans dem natürlichen Charme des Sängers und Gitarristen, das Label Ariola brachte sogar zwei deutschsprachige Singles von ihm heraus.

Zweite Karriere als Schauspieler

Als sein Musiker-Ruhm Ende der 1960er Jahre verblasste, begann er als Schauspieler eine zweite Karriere, wieder war Frank Sinatra das Trittbrett. Lopez spielte in großen Hollywood-Produktionen, so auch in Robert Aldrichs Kriegsfilm „Das dreckige Dutzend“ (1967). Er hat sich stets sozial engagiert; zuletzt hatte er einen Song aufgenommen, um damit Spenden für Lebensmitteltafeln in der Corona-Pandemie einzutreiben. Am 11. August ist Trini Lopez an den Folgen der Covid-19-Erkrankung im Alter von 83 Jahren im kalifornischen Palm Springs gestorben.




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