Nachruf Padre Max ist gestorben

Von flo 

Max Wolf hat als Missionar in Kolumbien und Ecuador gewirkt. Hilfe dafür kam auch aus der alten Heimat des Weil der Städters.

  Foto: Andreas Gorr
  Foto: Andreas Gorr

Weil der Stadt - Sein schwäbischer ­Dialekt hatte bis zuletzt seine Herkunft verraten. Max Wolf, der Pfarrer und Missionar, ist 1927 in Weil der Stadt geboren, wo er seine Kindheit und Jugend verbracht hat. Seine Heimat jedoch ist schließlich die ganze Welt geworden.

„Ich fahre wieder heim“, hat Wolf zum Beispiel im August 2004 bei einem Besuch in der LKZ-Redaktion erzählt – und dabei das Hügelland von Ecuador gemeint. Dort hatte es den rüstigen Geistlichen 1986 hingezogen. Begeistert sprach er bei seinem Besuch in Leonberg von der Faszination Lateinamerikas – und wies zugleich auf die bittere Armut der Menschen hin. Als Max Wolf im Alter von 59 Jahren von ­seiner Gemeinde in Hirschlanden nach Ecuador ging, da teilte er die Armut der Menschen ganz bewusst. „Ich musste keine fünf Minuten überlegen, ob ich nach Ecuador wollte.“

Leonberger Katholiken unterstützen ihn

Dort, in Santa Maria, hat Wolf eine katholische Schule mit Internat aufgebaut, wobei ihn die Leonberger Kirchengemeinde St. Johannes unterstützt hat. Die finanziellen Mittel für den Schulbau kamen zu einem großen Teil vom ­Engelberg. Später haben dann immer wieder Leonberger Jugendliche ein freiwilliges soziales Jahre in Ecuador gemacht, ein Freundeskreis hielt die Verbindung aufrecht. „Das war sein ­Lebenswerk“, würdigt Petra Ensdorf, die Kirchenpflegerin der Leonberger Kirchengemeinde, den Pfarrer.

„Mit welcher Begeisterung und ­Liebe er das aufgebaut hat, das finden Sie so schnell nicht wieder.“Dabei war es anfangs gar nicht so einfach, die Kirchenoberen von seinem Ruf zu überzeugen. Man hatte Angst, dass Pater Wolf damals zu alt sei. Letztlich musste der Bischof Moser grünes Licht geben. Doch Bischof Stähle, der Hirte der Diözese von Santo Domingo – ein Schwabe wie Wolf – war froh, dass gerade ein Mann wie er in diese Verhältnisse hineinging. „Ein anderer hätte es nicht ausgehalten“, freute sich der Bischof damals über das Engagement des Paters.

Er war auch in Kolumbien

Wolfs Lebensschule bestand aus Kriegsgefangenschaft und Armut im Deutschland der Nachkriegszeit. Nach dem Besuch des Priesterseminars in Tübingen war er zunächst 20 Jahre lang Pfarrer in Deilingen (Kreis Tuttlingen), ­bevor er 1976 zu seiner ersten Auslandsstation nach Kolumbien aufbrach. 1982 kam der Ruf ins Strohgäu, nach Hirschlanden, bevor es dann vier Jahre später nach Ecuador ging. „Dass man fünf Stunden im Zug schweigend nebeneinander sitzt, das ist in Ecuador undenkbar“, sagt er einmal über die Lateinamerikaner. In der Wissbegierigkeit der Landbevölkerung fand er seine Erfüllung: „Padre lehren Sie uns“, war der eindrückliche Wunsch einer armen Mutter an ihn. Das hat er getan. Vergangene Woche ist Max Wolf, kurz vor seinem 91. Geburtstag, in einem Altersheim in Rottweil, verstorben.