Nachtleben in Stuttgart Wann die erste Party im „Kings Club im Exil“ steigt

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Jetzt steht der Termin für die Eröffnungsparty fest. Für mindestens drei Monate zieht der 43 Jahre alte Kings Club ins „Exil“ – in eine frühere Spielhalle an der Torstraße. Danach will die Wirtin möglicherweise einen Lederclub daraus machen.

Wirtin Laura Halding-Hoppenheit mit  einem ihrer „Kinder“ – mit Michael Panzer, bekannt als  Travestiekünstlerin Frl. Wommy Wonder, in ihrem Kunstreff 50qm in der Altstadt. Foto: Lichtgut / Ferdinando Iannone
Wirtin Laura Halding-Hoppenheit mit einem ihrer „Kinder“ – mit Michael Panzer, bekannt als Travestiekünstlerin Frl. Wommy Wonder, in ihrem Kunstreff 50qm in der Altstadt. Foto: Lichtgut / Ferdinando Iannone

Stuttgart - 43 Jahre lang war ein tiefroter Keller an der Calwer Straße der Anlaufpunkt für mehrere Generationen von Schwulen in Stuttgart. Der Kings Club ist in die Jahre gekommen und muss ganz dringend saniert werden. Jetzt, da der Umzug ansteht, ist die Freude groß auf was Neues. „Nach dem Artikel in der Stuttgarter Zeitung und in den Stuttgarter Nachrichten haben sich bei mir unwahrscheinlich viele gemeldet“, berichtet Wirtin Laura Halding-Hoppenheit, „sogar aus Berlin, Köln und Hamburg – alle sind begeistert.“ Die Spannung ist groß, was die Clublegende aus einer ehemaligen Spielhalle macht. Inzwischen hat die „Mutter der Schwulen“ den Termin für die Eröffnungsparty festgelegt: Am Donnerstag, 30. Januar, soll’s los- und ordentlich abgehen im „KC im Exil“, wie das Interimslokal an der Torstraße 15 nun heißt. „Ich hoffe nur, dass wir bis dahin fertig sind“, sagt die Stadträtin.

„Ich kann doch nicht meine Kinder aussperren“

Ist der Aufwand des Umzugs nicht sehr groß und teuer? „Aber nein“, winkt Laura Halding-Hoppenheit ab, „wir können viel von der Einrichtung der Spielhalle übernehmen, müssen nur alles Rot machen.“ Außerdem müsse sie während der Sanierung keine Miete für den Kings Club an der Calwer Straße zahlen. Die neuen Räume seien etwa so groß wie die alten. Mindestens drei Monate werde es dauern, bis die Sanierung im 1977 eröffneten Kellerlokal fertig ist – möglicherweise werde es noch länger gehen. Für eine so lange Zeit könne sie doch nicht ihre „Kinder“, wie sie die Gay-Community nennt, aussperren. Nicht einfach sei es gewesen, eine Interimsstätte zu finden. „Ich hatte mir schon überlegt, einmal in der Woche die Boa anzumieten“, berichtet Laura. Doch dann sei sie in der Nähe der Gaststätte Tauberquelle und des Tagblattturms fündig gewesen. Sollten sich die neuen Räume an der Torstraße 15 als geeignet für einen Club erweisen, denkt sie daran, diese länger anzumieten. „Vielleicht mach’ ich dann einen Lederclub dort auf“, sagt sie. Außerdem betreibt die gebürtige Rumänin Tom’s Bar und den Kunstreff 50qm in der Altstadt.




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