Nahverkehr in Esslingen Wäldenbronn beantragt einen Bürgerbus

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Der Förderverein Esslingen Nord will eine Lücke im Nahverkehr schließen und hofft auf städtische Zuschüsse.

Der alte Bürgerbus von Aichwald könnte bald im Esslinger Norden fahren. Foto: privat
Der alte Bürgerbus von Aichwald könnte bald im Esslinger Norden fahren. Foto: privat

Esslingen - Ein Diesel-Sprinter steht schon parat. Wenn jetzt noch der Gemeinderat grünes Licht gibt, dann kann der Bürgerbus Wäldenbronn von April oder Mai an in dem Esslinger Stadtteil verkehren. Vor wenigen Tagen hat der Förderverein Nord einen Zuschussantrag für das Projekt gestellt. Insgesamt benötigt der Verein für dieses Jahr von der Stadt 12 000 Euro, um den Bus auf einem Rundkurs mit 13 Haltestellen jeweils dienstags und freitags durch die Bärenwiesen nach Serach fahren zu lassen.

Bürgerbus soll kulturelle Teilhabe von Senioren sichern

Bei dieser Summe würde es allerdings nicht bleiben. Das vorhandene Fahrzeug mit 350 000 Kilometern auf dem Tacho kommt vom Bürgerbusverein Aichwald, der den Sprinter ausrangiert und an die Esslinger in der anvisierten Probephase für 500 Euro monatlich vermietet. Kommt das Projekt ins Laufen, dann benötigt der Förderverein Nord im nächsten Jahr ein neues Fahrzeug. Dieses würde die Stadt 115 000 Euro kosten.

„Der Bürgerbus wird dringend benötigt“, sagt der Fördervereinsvorsitzende und SPD-Stadtrat Wolfgang Drexler. Zwar fahren in Wäldenbronn Linienbusse, doch sei das Gebiet in den Bärenwiesen ein weißer Fleck im Esslinger Verkehrsnetz. Drexler sieht die Stadt klar in der Pflicht. „Der ÖPNV ist eine kommunale Aufgabe“, betont der Vorsitzende. Der Bürgerbus soll besonders Senioren nicht nur zum Einkaufen oder zur Arztpraxis bringen. „Es geht vor allem auch darum, älteren Bürgern kulturelle Teilhabe zu ermöglichen“, erklärt Wolfgang Drexler.

Der Bedarf für einen Bürgerbus wird gesehen

Den Rundkurs mit 13 Haltestellen schafft der Bus, der acht Fahrgäste mitnehmen kann und behindertengerecht umgebaut ist, in circa 45 Minuten. Pro Fahrt ist ein Euro zu entrichten. Sieben ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer stehen schon in den Startlöchern, weitere Fahrer sind aber willkommen. Der Versuchszeitraum für den Bürgerbus ist bis zum Dezember terminiert.

Der Förderverein hat im Vorfeld den Bedarf abgefragt. Ergebnis: „Der Bürgerbus wird angenommen werden“, so Drexler. Ist das Projekt erst einmal ins Rollen gekommen, müsse man auch über zusätzliche Fahrtage nachdenken. Doch jetzt ist erst einmal der Gemeinderat am Zug, der über den Haushaltsantrag beraten muss.