Nahverkehr in Filderstadt Viele Wünsche an Bus und Bahn

Der öffentliche Nahverkehr steht im Rampenlicht. Wo könnte etwas verbessert werden? Was würde den Menschen den Umstieg erleichtern? Fragen wie diese spielen auch bei den aktuellen Haushaltsberatungen in Filderstadt eine Rolle.

Der S-Bahnhof Bernhausen soll noch attraktiver gemacht werden – unter anderen mit zusätzlichen Radboxen und besser getakteten Busverbindungen. Foto: /Thomas Krämer
Der S-Bahnhof Bernhausen soll noch attraktiver gemacht werden – unter anderen mit zusätzlichen Radboxen und besser getakteten Busverbindungen. Foto: /Thomas Krämer

Filderstadt - Wie der öffentliche Nahverkehr in Filderstadt zu verbessern ist, darüber haben sich die Fraktionen im Gemeinderat ebenfalls Gedanken gemacht. Im Technischen Ausschuss hat die Stadtverwaltung dazu Stellungnahmen abgegeben. Was beinhalten diese?

Bessere Ausstattung bei den Bushaltestellen

Um die Bushaltestellen drehten sich gleich mehrere Anträge von CDU, SPD und der Linken und vom Jugendgemeinderat. Mehr davon, mehr bedachte Wartehäuschen, mehr Dachbegrünung darauf, die CDU schlägt beispielsweise auch selbstleuchtende Bushaltestellen mit Bedachung vor. 2020 will die Verwaltung einen Sachstandsbericht zu den Bushaltestellen abgeben. Darin soll auch enthalten sein, welche davon umgebaut werden und bei welchen dann diese Vorschläge umgesetzt werden können.

Busfahrer beim Ticketverkauf entlasten

Ein Kritikpunkt der neuen Bus-Linienbündel ist vor allem, dass die Verspätungen nicht nur durch den stockenden Verkehr entstehen, sondern auch, weil die Busfahrer oftmals lange mit Ticketverkäufen beschäftigt seien. Die SPD möchte deshalb die Busfahrer entlasten. Jan-Stefan Blessing, Chef des Filderstädter Ordnungsamts, erklärte, dass im Zuge der neuen Linienbündel alle Bürgerämter – außer Bernhausen – mit VVS-Ticketverkaufsstellen ausgestattet worden seien. Am Bahnhof Bernhausen gebe es eine privat betriebene Verkaufsstelle sowie Fahrscheinautomaten.

Man müsse das bestehende System ausweiten, dass auch sogenannte „Viererkärtchen“ für das Filderstadt-Ticket ausgegeben werden könnten und nicht nur Einzeltickets, forderte Walter Bauer, der Fraktionschef der SPD. Blessing erwiderte: „Für das Filderstadt-Ticket gibt es momentan keine Viererkärtchen, das ist für den VVS zu aufwendig und nicht leistbar.“ Was undatierte Einzeltickets angehe, die man ja ebenfalls im Voraus besorgen könne, nicht erst bei Fahrtantritt, so habe man das bereits weitergegeben. „Der VVS nimmt sich des Themas an.“

Die SPD möchte weiterhin, dass weitgehende Busspuren umgesetzt werden und alle Nahverkehrsbusse mit einer Ampelfreischaltungsautomatik versehen werden. Solche Maßnahmen würden stets bei Straßenbauarbeiten oder neuen Ampelanlagen geprüft und gegebenenfalls umgesetzt, heißt es dazu aus der Verwaltung.

Neue Schnellbusverbindungen

Die SPD wünscht sich eine Schnellbusverbindung von Bernhausen über Ostfildern nach Esslingen, die FDP möchte ebenfalls eine Direktverbindung nach Esslingen und nach Tübingen. Das öffentliche Personenverkehrsnetz sei hauptsächlich in Richtung Stuttgart ausgerichtet, argumentiert die FDP in ihrem Antrag, aber auch ein Ausbau in andere Richtungen sei nötig, um Alternativen zum Auto anbieten zu können. Beide Möglichkeiten sollen im Ordnungs- und Stadtplanungsamt untersucht werden, sagt die Stadtverwaltung.

Anpassung der Bustakte

Die SPD möchte, dass die Busverbindungen an den S-Bahn-Takt angepasst werden, um optimales Umsteigen zu ermöglichen. Im Zuge der Fortschreibung des Nahverkehrsplans im Landkreis Esslingen 2020 will die Verwaltung erarbeiten, wie das aussehen könnte.

Bike & Ride ausbauen

Die FDP hatte beantragt, das Angebot an sogenannten „Bike & Ride“-Stellplätzen für Fahrräder am S-Bahnhof Bernhausen auszubauen. So soll der Bahnhof als Drehpunkt für den ÖPNV attraktiver gemacht werden. Dazu hat die Stadtverwaltung bereits Pläne: Zusätzliche 15 Radboxen sowie einen Radservicepunkt mit Pumpe und Werkzeug soll es geben. „Sobald der Haushaltsplan in Kraft getreten ist“, erklärt Jürgen Lenz, der städtische Fahrradbeauftragte, auf Nachfrage, „können wir an die Planung gehen“. Lenz rechnet damit, dass die Fahrradboxen im zweiten Halbjahr 2020 aufgestellt werden können. Der Radservicepunkt soll die Form einer Stele haben, daran werden Luftpumpe und Werkzeug befestigt sein. Mit solchen Stelen habe man bereits in anderen Kommunen gute Erfahrungen gemacht, sagt Lenz: „Wir wollen dann sehen, wie das Angebot an der Drehscheibe Bernhausen angenommen wird.“

CDU, SPD und Grüne hatten ähnlich lautende Anträge gestellt. Was den Radverkehr angeht, so sollen alle Anträge dazu – auch, was Radwege angeht – separat von der Verwaltung behandelt werden.




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