Narrengericht in Stockach Ministerpräsident Kretschmann steht Özdemir als Zeuge bei

Von red/dpa/lsw 

Cem Özdemir bekommt prominente Unterstützung vor dem Narrengericht in Stockach. Der Ministerpräsident höchstpersönlich wird seinem Parteikollegen bei der diesjährigen Verhandlung als Zeuge beistehen.

Ein Bild aus 2014: Ministerpräsident Winfried Kretschmann  trägt vor dem Narrengericht in Stockach nach seiner Verurteilung die Narrenmütze Foto: dpa/Patrick Seeger
Ein Bild aus 2014: Ministerpräsident Winfried Kretschmann trägt vor dem Narrengericht in Stockach nach seiner Verurteilung die Narrenmütze Foto: dpa/Patrick Seeger

Stockach/Berlin - Der Grünen-Politiker Cem Özdemir bekommt als Beklagter des Stockacher Narrengerichts prominente Unterstützung: Ministerpräsident Winfried Kretschmann werde seinem Parteikollegen bei der diesjährigen Verhandlung als Zeuge beistehen, teilte das närrische Gericht am Dienstag mit. Das sei aber nicht unbedingt ein gutes Omen: „Bisher brachten Zeugen aus dem Lager der Partei Bündnis 90/Die Grünen den jeweiligen Beklagten nie Glück.“

Özdemir muss sich am 20. Februar - dem „Schmotzigen Dunschtig“ - vor dem närrischen Gericht in Stockach (Kreis Konstanz) verantworten. Mit ihm werde „ein scheinbar allseits beliebter, tatsächlich jedoch hochumstrittener Politiker vorgeladen, der sich mit seiner gefürchteten und manchmal nervigen, gar herabwürdigenden Schwertgosch immer wieder und im wahrsten Sinne um Kopf und Kragen redet“, hieß es Anfang des Jahres in der Begründung des Narrengerichts.

Özdemir war bereits selbst Zeuge

Özdemir selbst hatte bereits 2015 als Zeuge dem damals angeklagten Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) zur Seite gestanden. Und auch Kretschmann kennt die närrische Verhandlung gut: Er wurde 2014 als Beklagter zu einer Strafe von drei Eimern Wein zu je 60 Litern verurteilt. Eine Verteidigungsstrategie für Özdemir hat Kretschmann nach Angaben des Staatsministeriums aber noch nicht. „Anfrage und Zusage sind noch ganz frisch“, sagte ein Sprecher.

Das Narrengericht - eine mehr als 600 Jahre alte Tradition - gehört zu den Höhepunkten der schwäbisch-alemannischen Fastnacht in Baden-Württemberg. Auf der Anklagebank saßen in der Vergangenheit bereits Franz Josef Strauß, Hans-Dietrich Genscher und Angela Merkel.