Natur in Stuttgart-Möhringen Die Fische sind zurück im Riedsee

Die Angler haben Karpfen und Zander zu Wasser gelassen. Foto: privat
Die Angler haben Karpfen und Zander zu Wasser gelassen. Foto: privat

Der Anglerverein Möhringen hat neue Karpfen und Zander in den Teich gesetzt, nachdem die Stadt diesen entschlammt hat. Wird jetzt alles gut?

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)
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Möhringen - Im Riedsee gründeln wieder Karpfen am Boden und Zander ziehen ihre Kreise durch das kalte Wasser. Der Anglerverein Möhringen hat die Fische vor Kurzem in den See eingesetzt – und hofft nun, dass es den Tieren möglichst lange möglichst gut geht. Die Voraussetzungen dafür sind besser als zuvor. Denn die Stadt Stuttgart hat den Teich ausgebaggert, dieser ist damit wieder um einiges tiefer. So soll ein Umkippen des Gewässers verhindert werden.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Wieder Sauerstoffmangel im Riedsee – Ursache unklar

Denn in den vergangenen Jahren ging es den Fischen im Riedsee insbesondere im Sommer oft schlecht. Wenn der Wasserstand niedrig und die Sonne das Wasser stark erwärmt hatte, konnten Algen besonders gut gedeihen. Sie entzogen dem See zu viel Sauerstoff. Die Fische bekamen keine Luft mehr, teilweise verendeten Tiere. Der Anglerverein hat gegengesteuert und mehrere Belüftungsanlagen angeschafft. Doch das allein reichte nicht aus.

Warum Schlamm die Wasserqualität mindert

Darum wurde im Winter das Wasser aus dem See nach und nach abgelassen, die Mitglieder des Anglervereins Möhringen entfernten die Fische. Dann rückten die Bagger an. Sie entfernten eine etwa 50 Zentimeter dicke Schlammschicht vom Grund. Dieser hatte sich über die Jahre dort angesammelt. Das ist im Wesentlichen eine normale Alterserscheinung. Schlamm mindert jedoch aufgrund der sauerstoffzehrenden Abbauprozesse weiter die Wasserqualität.

„Etwa 100 Tonnen Schlamm wurden aus dem See geholt. Für die nächsten 20 Jahre sollte das erst einmal wieder reichen“, sagt Franco Agostini, der Vorsitzende des Anglervereins. Der Teich sei damit nun wieder etwa 1,70 Meter tief – an der tiefsten Stelle. Für die Fische sei das noch nicht wirklich komfortabel, weshalb die Belüftungsgeräte weiter in Betrieb bleiben sollen. „Das tut den Tieren gut“, sagt Agostini.

Vereine, Firmen und eine Stiftung haben unterstützt

Schon lange bevor die neuen Karpfen und Zander zu Wasser gelassen wurden, haben die Angler das bereits mit Weißfischen getan. „Die haben sich prima vermehrt, wir hatten Glück mit dem Wetter“, sagt der Vereinsvorsitzende. Zudem haben er und seine Mitstreiter den See mit einheimischen Wasserpflanzen besetzt, bevor er von den großen Regengüssen im Frühjahr neu gefüllt wurde.

Die Angler haben viel Geld und Zeit in den See investiert. Tatkräftige und teils spontane Unterstützung bekamen sie bei verschiedenen Aktionen von Möhringer Vereinen wie den Landfrauen, die Kuchen buken, und Möhringer Betrieben wie der Blumenscheuer, die mit einem Traktor assistierte. Finanziell half vor allem die Anton-und-Petra-Ehrmann-Stiftung, die dem Verein einen großzügigen vierstelligen Betrag spendete.

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