Ein neuer Naturkindergarten verspricht Betreuungsplätze für Degerloch und Möhringen. Man wolle keine exklusive Kita werden, sondern allen offen stehen.

Laut einer Studie fehlen in Baden-Württemberg im kommenden Jahr fast 60 000 Kita-Plätze. Stuttgart macht bei dem Mangel keine Ausnahme. Im Zuge der Überlegungen für eine neue Ortsmitte in Degerloch wurden acht fehlende Kita-Gruppen für den Stadtteil diagnostiziert. Da ist es eine gute Nachricht, dass auf dem Vereinsgelände „Hohe Eiche“ des Deutschen Pfadfinderbundes Hohenstaufen in Möhringen, knapp jenseits der Degerlocher Gemarkungsgrenze, ein neuer Kindergarten entstehen soll. Die Finanzierung ist über Mittel der Stadt und des Trägers gesichert. Die Pfadfinder bringen sich mit ein, die Kita wird jedoch eigenständig bleiben.

Naturpädagogik ist angesagt

Das gilt auch für die inhaltliche Ausrichtung. Der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) hat die Planung und das Konzept bereits bestätigt. Es soll ein Naturkindergarten werden, wie der Projektleiter und Kindheitspädagoge Andreas Stenzel bei seiner Vorstellung des Kindergartens Hohe Eiche, kurz Heki, jüngst im Bezirksbeirat Degerloch erklärt hat. Das vielseitige Gelände mit dem angrenzenden Wald biete ideale Voraussetzungen für Naturpädagogik. Gleichzeitig liege der Standort nicht an der Peripherie, wie andere Einrichtungen mit vergleichbarer Ausrichtung. Das Areal ist von Möhringen und Degerloch aus gut erreichbar. Auch mit dem ÖPNV.

Während Stenzel betont, man wolle den Kinder wetterunabhängig Erfahrungen in der Natur ermöglichen und orientiere sich an den Ideen der Waldpädagogik, hebt er auch hervor, dass neben überdachten Bereichen auch feste Innenräume entstehen sollen. In einem Holzbau mit großflächigem Blick ins Freie, der neben einem Funktionskern für Verwaltung oder Sanitäranlagen auch den Kindern Unterschlupf bietet. „Wir wollen nicht nur Eltern ansprechen, die einen klassischen Waldkindergarten suchen“, sagt Stenzel. Er will auch Familien erreichen, die Vorbehalte gegenüber diesem Ansatz hegen. „Wir möchten keine exklusive oder elitäre Kita ins Leben rufen“, versichert er. Die Gebühren, die vorgesehenen Gebühren entsprechen den Sätzen der Stadt.

Zunächst 20 Betreuungsplätze geplant

In einer Pilotphase will man zunächst 20 Betreuungsplätze für Kinder ab 3 Jahre anbieten. Täglich sechs Stunden. In einem zweiten Schritt soll das Angebot auf zwei oder drei Gruppen und 40 Plätze erhöht werden - dann achtstündig und schon für Zweijährige offen. Man wolle familienfreundlich sein und zur Vereinbarkeit von Elternschaft und Berufstätigkeit beitragen, benennt Andreas Stenzel eines der zentralen Anliegen des Naturkindergartens. Die Kinder wiederum sollten ihren Interessen eigeninitiativ nachgehen können. Die Baugenehmigung wird für 2023 erwartet.