Naturschutz in Kirchheim Wo seltene Arten Rückzugsorte finden

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Neue Tafeln informieren über das Naturschutzgebiet Wiestal bei Kirchheim mit seinen vielfältigen Naturräumen.

Das Wiestal mit Rauner ist ein Schutzgebiet von überregionaler Bedeutung. Foto: Horst Rudel
Das Wiestal mit Rauner ist ein Schutzgebiet von überregionaler Bedeutung. Foto: Horst Rudel

Kirchheim - Kaum einer wird das gewusst haben: Sage und schreibe 125 Vogel- und 20 Libellenarten tummeln sich im Naturschutzgebiet Wiestal mit Rauber. Interessierte Besucher des zwischen der Stadt Kirchheim Teck sowie den Gemeinden Ohmden und Holzmaden gelegenen Gebiets erfahren dies und vieles mehr jetzt aber. Denn seit wenigen Tagen stehen über das Gebiet verteilt acht Tafeln, die anschauliche Informationen zu Fauna, Flora, Geologie und Geografie enthalten.

Reste eines ausgedehnten Auenwalds sind noch vorhanden

Das im Jahr 1992 ausgewiesene Naturschutzgebiet ist abwechslungsreich und bietet mehrere unterschiedliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen. An den feuchten Stellen entlang des Trinkbachs beispielsweise sorgt Schilf dafür, dass Rohrammer und Sumpfrohrsänger Deckung und Brutplätze finden. Schwalbenschwanz, Wildbienen und andere Insekten freuen sich über blühende Blumenwiesen. Und im Gewann Rauber im Norden des Schutzgebiets gibt es Lebensräume wie Streuobstwiesen und Feldhecken.

Am Trinkbach lässt sich noch der Restbestand eines einst ausgedehnten Auenwalds entdecken. Neben naturnahen Gewässern finden sich im Wiestal aber auch künstlich angelegte Entwässerungsgräben und Tümpel. Der Schutzzweck des Gebiets besteht darin, die Wiesenaue des Trink- und Seebachtals zu erhalten und wiederherzustellen. Die ökologisch wertvollen Hanglagen des Raubers sollen geschützt und die Vernetzung von Lebensräumen gefördert werden.

Nur was man kennt wird auch geschützt

Laut dem Kirchheimer Bürgermeister Günter Riemer sind die Tafeln ein Beitrag zur Erhaltung des 136,5 Hektar großen Gebiets. Denn nur wenn die Menschen Bescheid wüssten, entwickelten sie auch ein Bewusstsein für die Bedeutung naturräumlicher Zusammenhänge. Günter Riemer lobte weiter die gute Zusammenarbeit zwischen dem Regierungspräsidium, den Kommunen, der Nabu-Gruppe Jesingen und dem Verschönerungsverein Kirchheim bei der Konzipierung, Gestaltung, Finanzierung und Aufstellung der neuen Informationstafeln.