Neubau Jugendhaus Heslach Ein „Leuchtturm“ für den Stadtbezirk

Berivan Görotas, Sofia Asmanidou und Lena Marjanovic (v.l.)  besuchen seit Jahren das Jugendhaus Heslach. Der Neubau ist aus ihrer Sicht längst überfällig. Foto: Jan Reich
Berivan Görotas, Sofia Asmanidou und Lena Marjanovic (v.l.) besuchen seit Jahren das Jugendhaus Heslach. Der Neubau ist aus ihrer Sicht längst überfällig. Foto: Jan Reich

Der Stuttgarter Süden erhält ein neues Jugendhaus mit integrierter Stadtteilbücherei. Das rund 7,2 Millionen Euro teure Projekt soll gemeinsam mit dem Generationenhaus Heslach zu einer „sozialen Mitte“ werden.

Leben: Nina Ayerle (nay)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Der penetrante Klogeruch ist das erste, was einem beim Betreten des Jugendhauses Heslach entgegen schlägt. Direkt hinter der Eingangstür befinden sich nämlich die Toiletten. „Wir haben versucht, dort viel zu ändern, aber es reicht nicht“, sagt Berivan Görotas an einem Freitagnachmittag im Dezember bei einem Besuch der Einrichtung.

Die 19-Jährige kommt seit Jahren in das Jugendhaus an der Böblinger Straße 92 und hilft stundenweise hinter der Theke aus. Noch weitere Mängel haben die Jugendlichen festgestellt: „Wenn oben im Gymnastikraum einer Sport macht, haben wir Angst, dass die Decke einbricht“, ergänzt die 19-jährige Sofia Asmanidou aus dem Stuttgarter Süden.

Das Jugendhaus ist eine Bruchbude

Freundin Lena Marjanovic sagt: „Wenn vor der Tür die Straßenbahn vorbei fährt, wackeln die Wände und manchmal bröckelt der Putz von der Decke.“ Kurz gesagt: Das Jugendhaus Heslach, Stuttgarts zweitältestes, ist eine Bruchbude. Im Oktober hat es seinen 50. Geburtstag gefeiert und damit rückblickend auch gleichzeitig sein Ende. Das marode Gebäude wird abgerissen, es kommt ein Neubau.

Die Dringlichkeit hat auch der Gemeinderat gesehen und im Haushalt 7,2 Millionen Euro für ein neues Jugendhaus und eine Stadtteilbücherei bereit gestellt. Eine weitere Million Euro kommt von der Gebrüder-Schmid-Stiftung. „Für uns ist das alles wunderbar“, freut sich Sieghard Kelle, Geschäftsführer der Jugendhausgesellschaft. Das Miteinander von Jugendhaus und Stadtteilbücherei hält er für ein Zukunftskonzept: „Wir bauen nur noch selten reine Jugendhäuser.“ In Giebel und Neugereut entstehen Kinder- und Jugendhäuser in Kombination mit Stadtteil- und Familienzentren. „Das ergänzt sich nach unserer Erfahrung gut“, so Kelle. Die Kombination aus Bücherei und Jugendhaus sei deutschlandweit einzigartig. Weil sich an der Böblinger Straße das Mehrgenerationenhaus Heslach befindet, hofft er auf eine Vernetzung verschiedener Altersgruppen. Mitte 2016 soll der Antrag eingereicht, zum Jahresende mit dem Bau begonnen werden.

Ein soziales Rathaus für den Süden

Der Bezirksbeirat Süd hatte das Projekt ganz oben auf seiner Wunschliste für den Haushalt. Ein „soziales Rathaus“ für den Süden schwebte schon dem ehemaligen Bezirksvorsteher Rupert Kellermann (Grüne) vor, der 2012 den Neubau ins Gespräch brachte – gemeinsam mit der Gebrüder- Schmid-Stiftung, die auch das Generationenhaus finanziert hat. Im vergangenen Jahr wurde der Realisierungswettbewerb ausgelobt. Unter 15 Entwürfen ging das Büro von Max Eberle und Jens Gommel aus dem Stuttgarter Süden als Sieger hervor. Sie haben die in zahlreichen Workshops von Bezirksbeiräten, Mitgliedern aus Politik und Verwaltung, sowie Bürgern und Schülern aus dem Stadtbezirk erarbeiteten Vorschläge laut Preisgericht optisch und baulich am Besten umgesetzt.




Unsere Empfehlung für Sie