Neue Halle in Stuttgart-Zuffenhausen Sportverein bekommt ein Dach über dem Kopf

Von Torsten Ströbele 

Der SSV Zuffenhausen möchte auf der Schlotwiese eine Frischlufthalle bauen. Die Kosten in Höhe von 490 000 Euro muss der Verein nicht alleine stemmen. Die Stadt wird sich wohl mit einem Zuschuss von 212 000 Euro beteiligen.

Die McArena GmbH hat schon einige Frischlufthallen gebaut. Das Unternehmen spricht von einer Bauzeit von nur acht bis zehn Wochen. Foto: McArena GmbH
Die McArena GmbH hat schon einige Frischlufthallen gebaut. Das Unternehmen spricht von einer Bauzeit von nur acht bis zehn Wochen. Foto: McArena GmbH

Stuttgart-Zuffenhausen - „In Stuttgart haben viele Vereine in den Wintermonaten massive Probleme, über ausreichend Hallenräume für ihre Sportangebote zu verfügen“, schreibt Bürgermeister Martin Schairer in einer Vorlage an den Gemeinderat. Der Geschäftsführer des SSV Zuffenhausen, Sven Metzler, weiß genau, von was Schairer spricht. Gemeinsam mit der Stadt hat er in den vergangenen Monaten eine Idee erarbeitet, wie das Problem gelöst werden kann. Eine sogenannte Frischlufthalle, also ein überdachtes Kleinspielfeld, könnte Abhilfe leisten – nicht nur beim SSV Zuffenhausen. „Damit können wetterunabhängig und ganzjährig nutzbare überdachte Sportflächen geschaffen werden“, betont Schairer. „Außerdem bietet die Frischlufthalle ganzjährig optimale Sportbedingungen für Ballsport, Outdoor-Fitness, Kurse sowie Kinder- und Bewegungsangebote.“ Gebaut werden soll sie auf der Rasenfläche neben der Vereinsgaststätte Waldblick. Die Halle des SSV wäre die erste ihrer Art in Stuttgart.

Die Firma McArena GmbH hat aber schon in Sindelfingen, Schorndorf, Karlsruhe oder München Projekte realisiert. Das Unternehmen bietet eine Frischlufthalle in Stahlbauweise mit Maßen von 30 mal 15 Meter an. Sie sei seitlich mit einer Bande sowie durch ein engmaschiges Netz umschlossen. Neben einer modernen LED-Beleuchtung seien auch Fußballtore direkt in die Frischlufthalle integriert. Auf dem Dach befinde sich außerdem Platz für eine Fotovoltaikanlage.

In acht bis zehn Wochen kann die Halle fertig sein

Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich nach der vorgelegten Kostenberechnung auf insgesamt 490 000 Euro. Diese Kosten werden durch Eigenmittel des Vereins, Zuschüsse der Landeshauptstadt Stuttgart und des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) finanziert. Der städtische Zuschuss beträgt 212 000 Euro. Am heutigen Mittwoch wird der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats darüber abstimmen, ob er ausbezahlt wird. Der Zuschuss des WLSB beläuft sich auf 34 000 Euro. Die restliche Summe in Höhe von 244 000 Euro muss der SSV stemmen – aus Eigenmitteln und einem Darlehen. „Der Verein ist trotz der negativen finanziellen Auswirkungen von Corona auf die Sportvereine in der Lage, das Bauprojekt zu finanzieren“, schreibt Bürgermeister Schairer. Um einen Teil der Baukosten zu refinanzieren, werden Sponsoren gesucht. Zudem soll die Halle auch an Externe vermietet werden. Derzeit ist aber der Plan des SSV, die Halle zu rund 85 Prozent selbst zu nutzen. Das sei allerdings noch nicht in Stein gemeißelt, betont Metzler.

SSV und Stadt hoffen, dass die Baumaßnahme im September beginnen kann. „Unser Antrag liegt beim Baurechtsamt. Sobald wir eine Genehmigung haben, kann es losgehen“, sagt der SSV-Geschäftsführer. Die McArena GmbH spricht von einer Bauzeit von acht bis zehn Wochen. Die fertige Halle werde der SSV dann primär für die Fußballabteilung nutzen, sagt Metzler. Ideal sei die Halle aber laut Hersteller auch für Volleyball, Tennis, Badminton, Hockey, Vereinsfeste, Leichtathletik und andere Kurse. Auch eine Messung der Schussgeschwindigkeit ist möglich.

Der SSV Zuffenhausen hat derzeit rund 3000 Mitglieder. Davon sind 923 (etwa 31 Prozent) Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Die Sportanlage des SSV Zuffenhausen befindet sich im Gebiet Schlotwiese. Das Vereinsgelände des im Jahr 2009 aus drei Sportvereinen fusionierten SSV Zuffenhausen (2013 erweitert um den ehemaligen FV Zuffenhausen) umfasst das vereinseigene Freibad „Bädle“, eine Gymnastikhalle, zwei Beachvolleyballfelder, ein Tartankleinspielfeld, ein Rasenkleinspielfeld, zwei Kunststoffkleinspielfelder, zwei Kunstrasenspielfelder, ein Beachsoccerfeld, vier Tennisplätze und zwei Sportgaststätten.

„Seinen Mitgliedern bietet dieser klassische Mehrspartenverein unterschiedliche Sportangebote im Wettbewerbs- und Freizeitsportbetrieb“, heißt es in der Vorlage an den Gemeinderat.




Unsere Empfehlung für Sie