Neue Regel in Stuttgart-Hohenheim Wunsch nach Gratis-Parken in Randzeiten

Blick in die Egilolfstraße: Die rechte Straßenseite gehört der Stadt, dort kann aktuell kostenlos geparkt werden. Die linke Seite gehört dem Land, dort ist das Parken gebührenpflichtig. Foto: Jacqueline Fritsch
Blick in die Egilolfstraße: Die rechte Straßenseite gehört der Stadt, dort kann aktuell kostenlos geparkt werden. Die linke Seite gehört dem Land, dort ist das Parken gebührenpflichtig. Foto: Jacqueline Fritsch

Bisher kostet das Parken auf dem Campus der Uni in Stuttgart-Hohenheim rund um die Uhr. Die Mehrheit der Bezirksbeiräte von Birkach/Plieningen möchte das ändern. Den Anwohnern zuliebe.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Hohenheim - Bereits vor der Einführung der Parkgebühren an der Uni Hohenheim haben sich einige Bezirksbeiräte gegen Kosten am Abend und am Wochenende ausgesprochen. Ein gutes halbes Jahr später verfolgt die CDU immer noch dasselbe Ziel und stellt einen Antrag, dass zumindest an den öffentlichen Straßen die Kosten für Abende und Wochenenden zurückgenommen werden. Der Antrag umfasst die Egilolfstraße, die Schwerzstraße, die Fruwirthstraße und die Garbe.

„Wir wollen vermeiden, dass sich der Parkdruck in den umliegenden Wohngebieten erhöht“, begründet Michael Wörner. Er versuche, sich für die Bürger einzusetzen, in deren Wohngebiete seit der Einführung des Parkraummanagements mehr fremde Autos stünden als früher. Die Grünen im Plieninger Bezirksbeirat unterstützen den Antrag nicht. Sie wollen verhindern, dass etwa Parkbesucher sonntags nicht mit dem Auto anreisen. „Wer mit dem Auto kommt, muss die zwei Euro eben zahlen“, sagt Birgit Popp-Kreckel. Gerhard Hütter (die Fraktion) spricht sich zwar für den ÖPNV aus. „Aber das ist eine schwierige Sache“, sagt er, „am Wochenende sieht man Kennzeichen aus Reutlingen, Tübingen oder Ludwigsburg. Die müssten alle ein paarmal umsteigen; da bräuchte Plieningen erst einmal eine gute öffentliche Anbindung“.

Auch am Wochenende würden die kostenpflichtigen Parkplätze genutzt

Auch bei den Birkacher Kollegen ist der Abend- und Wochenendtarif der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg (PBW), die die Plätze an der Uni bewirtschaftet, umstritten. Joachim Kausch (Grüne) meint, dass auch am Wochenende die kostenpflichtigen Parkplätze genutzt würden. Er könne nicht beobachten, dass die Autofahrer auf die Seitenstraßen ausweichen. Anna Ventouri (Freie Wähler) wohnt an der Egilolfstraße. Dort gehört eine Straßenseite der Stadt und die andere dem Land. Deshalb werden auf der Seite des Landes Parkgebühren fällig, auf der anderen nicht. „Auf der Uniseite ist oft alles leer, und auf der anderen gibt es keinen freien Parkplatz mehr“, sagt Ventouri. Autofahrer würden also sehr wohl ausweichen. Alexander Fischer (Grüne) meint auch deshalb, dass es für Anwohner sinnvoll wäre, wenn die Gebühren am Abend und am Wochenende wegfallen würden.

Thilo Reith (FDP) ist von Anfang an gegen den Abend- und Wochenendtarif gewesen. Er denke dabei auch an die Zukunft und die Wiedereröffnung der Gastronomie. „Wir machen es den Gastronomen schwerer, wenn die Gäste fürs Parken zahlen müssen“, sagt er. „Wollen wir auch noch unsere letzten Lokalitäten tot machen?“ Die Grünen widersprechen: Man könne den Ausflug ins Restaurant gut mit einer Radtour oder einem Spaziergang verbinden. Letztlich ist der Antrag sowohl in Birkach als auch in Plieningen mehrheitlich angenommen worden. Damit soll die Stadt nun auf die PBW zugehen und ein kostenloses Parken an Abenden und Wochenenden fordern. Der Abend- und Wochenendtarif kostet aktuell zwei Euro.




Unsere Empfehlung für Sie