Neue Skulpturen am Korber Kopf Ein Weizenkorn, das zwei Tonnen wiegt

Hermann Bigelmayr hat ein riesiges Weizenkorn erschaffen. Foto: privat/Anton Brandl 10 Bilder
Hermann Bigelmayr hat ein riesiges Weizenkorn erschaffen. Foto: privat/Anton Brandl

Pünktlich zum Muttertag ist es wieder soweit: am Korber Kopf eröffnet die 15. Runde der Freiluft-Schau „Köpfe am Korber Kopf“ mit zehn Skulpturen von Profis und Amateuren. Ein Eröffnungsfest gibt es dieses Mal allerdings nicht.

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Korb - Das „Große Weizenkorn“ trägt seinen Namen völlig zu Recht: Es ist 2,70 Meter lang, hat einen Durchmesser von 1,40 Meter und wiegt stattliche zwei Tonnen. Von 9. Mai an ist die Skulptur, die der Künstler Hermann Bigelmayr aus Eichenholz geformt hat, an Station 10 der Freiluft-Ausstellung „Köpfe am Korber Kopf“ zu sehen. Die Skulpturenschau geht in diesem Frühjahr in eine neue, in die bereits 15. Runde, und wartet dieses Mal mit Kunstwerken aus Eisen, Stahl, Beton, Sandstein und Marmor auf.

Was allerdings bei sechs der zehn Arbeiten fehlt, das ist der namensgebende figürliche Kopf. „Das ist in gewisser Weise sportlich, aber alle Skulpturen haben ja mit dem Kopf zu tun“, sagt der Kurator Guido Messer. Seine Skulptur „Crash“ besteht aus drei gusseisernen Unterkörpern, die zwar kopflos sind, aber gleichzeitig Kopf stehen, so wie es die Welt derzeit auch ein bisschen tut.

Mehr Besucher denn je im Jahr 2020

Aus eben jenem Grund waren die zehn im Mai 2019 aufgestellten Kunstwerke im Frühjahr 2020 nicht wie sonst ausgetauscht worden, sondern blieben ausnahmsweise ein zweites Jahr an Ort und Stelle. Trotzdem war der Spaziergang von Skulptur zu Skulptur ein Renner. „Es kamen sogar noch viel mehr Gäste als in den Vorjahren“, berichtet der Bürgermeister Jochen Müller, der findet: „In schwierigen Zeiten und in Zeiten, in denen sich Meinungsverschiedenheiten verfestigen, wird Kunst und Kultur umso wichtiger.“

Die Coronapandemie hat die Arbeit für Kurator Guido Messer, seine Frau Ruth und die am Kunstprojekt beteiligten Ehrenamtlichen nicht gerade einfacher gemacht. „Wir konnten uns ja nicht treffen, das hat die Arbeit sehr erschwert. Im Zusammensein entwickeln sich ja erst viele Ideen“, sagt Ruth Messer. Dass trotzdem alles gut geklappt habe, liege daran, dass man ein eingespieltes Team sei: „Aber das Gesellige bleibt auf der Strecke.“

Die bereits stehenden Skulpturen ein drittes Jahr an Ort und Stelle zu lassen, war keine Option: Ein Kunstwerk ist mittlerweile verkauft, bei anderen warten die Leihgeber auf die Rückgabe. Obendrein stehen die Kunstschaffenden der bald beginnenden Runde 15 mit ihren Arbeiten schon ein gutes Jahr in den Startlöchern.

Selbstbildnis nach 30 Jahren vollendet

Für Joachim Sauter beispielsweise sei die Open-Air-Ausstellung in Korb der Anlass gewesen, ein schon im Jahr 1989 begonnenes Selbstbildnis aus Carrara-Marmor endlich zu vollenden, berichtet Guido Messer. Währenddessen hatten die am Projekt beteiligten Schulklassen der Freien Waldorfschule Engelberg und der Waiblinger Salier- und Staufer-Gemeinschaftsschule Schwierigkeiten, ihre Kunstwerke angesichts von Homeschooling zu vollenden. Geklappt hat es am Ende aber trotzdem, sodass Spaziergänger sich auf „ein breites Spektrum zwischen abstrakter und figurativer Kunst“ freuen können, so fasst es die Kunsthistorikerin Ute Schönfeld-Dörrfuß zusammen. Ihre Beobachtung: „Das Publikum lernt mit jedem Jahr dazu und ist schon längstens gewohnt, den eigenen Kopf zu benutzen.“

Was rund um den Korber Kopf läuft

Am Korber Kopf sind von 9. Mai an zehn Kunstwerke zu sehen, sieben stammen von professionellen Kunstschaffenden, drei von Schülerinnen und Schülern. Vor Ort gibt es Flyer mit Informationen zu den Skulpturen und ihren Erschaffern.

Genau hinschauen ist das Motto beim Skulpturen-Sommer-Suchspiel, das von Juli bis September läuft. Die Teilnahmekarten gibt es dann ebenfalls vor Ort.

Am 3. und 4. Juli gibt es zwei Abende mit Texten, Schauspiel und Musik unter dem Titel „Wo Köpfe rollten“ an Station 7. Von 17. bis 19. September tritt das Theater Hebebühne mit „Meeresgrün und Himmelblau“ auf, ein Abend mit Poesie, Musik und Rhythmus.

Je nach Infektionslage gibt es die Möglichkeit, geführte Touren am Korber Kopf zu buchen: entweder bei Annemarie Luithardt (0 71 51/93 79 73), mit Weinprobe bei Ruth Messer (0 71 51/30 59 82).




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