Das ehemalige Stammhaus der Metzgerei Kübler an der Rotebühlstraße wird für einen Nachfolger umgebaut. Die Fensterscheiben sind mit Werbung für eine Bäckerei beklebt.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Die Nachricht von der Schließung hat Wellen geschlagen: Zum Jahresende gab die Metzgerei Kübler ihren einstigen Stammsitz in der Rotebühlstraße auf. Seit 1890 hatte der Familienbetrieb am Feuersee Fleisch und Wurst verkauft. Auch ein Bistro und ein Restaurant betrieben die Küblers in dem großen Eckhaus an der Ecke zur Silberburgstraße. Jetzt scheint der Leerstand bald behoben zu sein, denn die Fensterscheiben wurden mit Werbung der Zuffenhausener Bäckerei Siegel beklebt. Allerdings hinkt der Umbau dem Zeitplan etwas hinterher: „Neueröffnung im Frühjahr 2022“ wird darauf verkündet.

Auf die Metzgerei folgt ein weiterer Familienbetrieb

Damit folgt ein weiterer Familienbetrieb auf die Metzgerei. Die Siegels sind seit 1949 im Geschäft. Damals gründeten Hermann und Emma Siegel das Stammhaus in der Marbacher Straße in Zuffenhausen. Mittlerweile wird die Firma laut der Homepage der Bäckerei von ihrem Sohn Dieter und den beiden Enkelsöhnen Thomas und Markus geführt. Allein vier Filialen betreiben sie in dem Stuttgarter Stadtteil, außerdem sind sie in Weilimdorf, Feuerbach, Zazenhausen, Stammheim, Rot, im Norden und Osten der Stadt sowie in Korntal und mehrfach in Kornwestheim vertreten. Laut der firmeneigenen Webseite betreibt Siegel bereits 17 Filialen. Auch die neue Verkaufsstelle in der Rotebühlstraße wird dort bereits gelistet – mit einem Baustellensymbol. Demnach soll wie in vielen der Siegel Bäckereien auch ein Café geben. Auf Anfragen zu den Plänen für den neuen Standort reagierte die Geschäftsführung nicht.

Das Gebäude wurde erst vor 15 Jahren erstellt

Die Metzgerei Kübler hat ihre Produktion längst nach Waiblingen verlagert. Der 1890 gegründete Betrieb ist mittlerweile auf den Großhandel spezialisiert. Seit Jahren gab es den Plan, den Standort am Feuersee zu schließen, hatte Philip Kübler, der die Geschäfte 2017 in fünfter Generation übernommen hat, damals erklärt. Dabei war das Gebäude erst im Jahr 2007 neu errichtet worden, um die beiden Lokale direkt mit der Metzgerei zu verbinden. Laut seiner Aussage blieb der Umsatz jedoch hinter den Erwartungen zurück, die Nachfrage sei in der Stadt im Vergleich zu den noch bestehenden Filialen in Frankenbach und Crailsheim gesunken. „Vielleicht war es für eine Metzgerei zu überdimensioniert, aber aus Traditionsgründen haben wir den Standort mitgezogen“, sagte der 26-Jährige.

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