Neues Konzept für den Bürgertreff in Ditzingen Der Adler setzt zu neuen Höhenflügen an

Von  

Der Bürgertreff ist eine etablierte Einrichtung, dennoch war die Verwaltung beauftragt, ihn weiterzuentwickeln. Strittig war das neue Konzept nur in einem Punkt.

Das Gebäude beim Rathaus ist zu einem  festen Treff geworden. Foto: factum//Simon Granville
Das Gebäude beim Rathaus ist zu einem festen Treff geworden. Foto: factum//Simon Granville

Ditzingen - Es gibt eine Gaststätte Adler in Schöckingen, ein Adler-Areal in Heimerdingen und den Adler in der Kernstadt von Ditzingen, den Bürgertreff. Er ist etabliert, Vereine und Gruppen nutzen ihn für ihre Veranstaltungen. Vor zwei Jahren beauftragten die Stadträte die Verwaltung allerdings, das Nutzungskonzept weiterzuentwickeln Im Ausschuss für Finanzen, Kultur und Soziales legte die Verwaltung nun einen entsprechenden Vorschlag vor. Grundsätzlich begrüßten die Stadträte das Papier, kritisierten es gleichwohl in einem Punkt.

Wahlkampfveranstaltungen sollen passé sein

Die für den Adler zuständige Abteilungsleiterin Annette Pfaff-Schmid wollte eine Nutzung für Parteien und Wählervereinigungen sowie für politische Veranstaltungen untersagen. Er könne „eine explizite Ausnahme nicht akzeptieren“, hielt diesem Ansinnen aber der CDU-Fraktionschef Sven Sautter entgegen. Der Treffpunkt Adler am Laien will durch Angebote von Ehrenamtlichen das generationenübergreifende Miteinander im Ort stärken. Laut Konzeption ist er eine „Drehscheibe für freiwilliges Engagement, ein Ort, an dem sich Menschen entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten einbringen können“. Dabei spielt offenbar weniger die Altersgruppe eine Rolle: Nutzer kämen zunehmend wegen der Themen, nicht, um Altersgenossen zu treffen.

Just auf die ehrenamtliche Betätigung hob Sautter ab, als er darauf verwies, dass politisches Engagement ebenfalls in diese Kategorie falle. Als Kompromiss schlug er vor, die Nutzung des Adlers für Wahlkampfveranstaltungen auszuschließen.

Unterstützung bekam der Christdemokrat bei dieser Überlegung von Oberbürgermeister Michael Makurath. „Ich teile die Bedenken vom Grundsatz her“, sagte der parteilose, aber als SPD-nah geltende Verwaltungschef an den CDU-Mann Sven Sautter gewandt.

Nachdem der Ausschuss den Vorschlag einer sechswöchigen Karenzzeit vor Wahlen bei Stimmengleichheit abgelehnt hatte, verständigte sich das Gremium bei der Enthaltung von Iris Ehinger (Freie Wähler) auf eine dreimonatige Sperrfrist. In dieser Zeit ist die Nutzung durch Parteien und Wählervereinigungen ausgeschlossen.

Generationenübergreifend soll das Angebot sein

Der Fachausschuss des Gemeinderats hatte die Verwaltung vor zwei Jahren beauftragt, stärker in den Fokus zu rücken, dass das Haus allen Generationen offen steht.

Als der 1974 gegründete Altentreff 2003 in den von der Stadt gemieteten, sanierten Adler umzog, sollte er zwar weiterhin ein Seniorentreff bleiben. Gleichzeitig wurde aber beschlossen, die Einrichtung für Ältere und Jüngere ansprechend zu machen. Ziel bei der Programmplanung „sollte der integrative Ansatz sein, damit der Treff für verschiedene Altersgruppe attraktiv wird“. Doch „dieser integrative Aspekt wurde in den vergangenen Jahren kaum berücksichtigt“, begründete die Verwaltung ihren Vorstoß 2017: Dies sei der Grund, warum der Treffpunkt Adler am Laien in der Bevölkerung als reiner Seniorentreff wahrgenommen werde.