Neugestaltung in Korntal-Münchingen Blick in die Zukunft der Stuttgarter Straße

Es schaut ganz schön trist und trostlos aus, rund um den Stiegelplatz in Münchingen. Noch. Foto: Jürgen Bach
Es schaut ganz schön trist und trostlos aus, rund um den Stiegelplatz in Münchingen. Noch. Foto: Jürgen Bach

Ein Kronenplätzchen beim neuen Vollsortimenter, „Trittsteinplätze“ entlang der Hauptverkehrsader, die außerdem viele Bäume säumen – plus Wasserspiele auf dem Wette- und dem Stiegelplatz: Der Siegerentwurf für die Neugestaltung der Münchinger Ortsdurchfahrt steht fest.

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Korntal-Münchingen - Die Stadt Korntal-Münchingen ist mit ihrem Vorhaben, die Stuttgarter Straße im Stadtteil Münchingen zu sanieren und neu zu gestalten, einen entscheidenden Schritt weitergekommen: Nach dem Start des Wettbewerbs Mitte Juli, dessen sechs teilnehmende Arbeitsgemeinschaften aus Landschaftsarchitekten beziehungsweise Stadtplanern mit Verkehrsplanern auch die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung berücksichtigt haben, steht der Siegerentwurf fest: Er ist vom Freiburger Büro Faktorgruen Landschaftsarchitekten bdla Beratende Ingenieure mit der IGV Ingenieur Gesellschaft Verkehr Stuttgart.

Die Beurteilungskommission lobte am Siegerentwurf zum Beispiel, dass die wichtigen Plätze Wetteplatz und Stiegelplatz mit dem Rathausplatz einen Dreiklang bilden und gemeinsam klar den Ortsmittebereich definieren. Weiter Richtung Osten schweben dem Planerteam entlang der Stuttgarter Straße sogenannte Trittsteinplätze vor: Damit meinen sie eine Abfolge von kleinen Plätzen, die die lange Straße in „einzelne, erlebbare Abschnitte mit jeweils eigenem Charakter“ gliedern. Wichtigster Bereich sei dabei sicherlich der neue Vollsortimenter, der unmittelbar an die neue Mitte angebunden sein soll. Geht es nach dem Planerteam, entsteht dort das Kronenplätzchen.

Einzige Arbeit mit Naturstein – der ist aber teuer

Folgerichtig, so die Beurteilungskommission weiter, würden die zentralen Plätze und konzeptionell auch die Marktstraße durch eine einheitliche Gestaltung aus Natursteinpflasterbelag, in den zur Verkehrsführung lediglich Pflasterdreizeiler eingelegt würden, zusammengefasst. Es sei die einzige Arbeit mit Naturstein, sagte der Vorsitzende der Jury, der Münchener Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Axel Lohrer. Das Material sei wirtschaftlich, nachhaltig und wertbeständig – aber auch teuer. Deshalb werde es vor dem Hintergrund des Budgetrahmens kritisch diskutiert. Am Ende entscheidet der Gemeinderat über solche Details.

Auch das Element Wasser verbindet die neue Ortsmitte gestalterisch: So erhalten der Wette- wie der Stiegelplatz Wasserspiele. Der eine konkret einen Wasserspiegel samt Wasserlauf mit Steg, der andere ein Fontänenfeld. Hier ist Kindern spielen ausdrücklich erlaubt. Der Bereich zwischen den Plätzen soll Tempo 20 bekommen. Weil die Themen Begrünung und Umgang mit dem Klimawandel bedeutsame Aspekte des Wettbewerbs waren, werden insgesamt viele und verschiedene Bäume gepflanzt – und Stauden- und Gräserhochbeete entstehen. Das sorgt für kühle Orte. Und mit dem Baumpaket vor dem Bahnübergang und einer grünen Mittelinsel werde dort mit einfachen Mitteln „ein durchaus prägnanter Ortseingang geschaffen“, sagte Axel Lohrer.

2023 soll es losgehen

Laut dem Bürgermeister Joachim Wolf (parteilos) diskutierte die Beurteilungskommission am Mittwoch acht Stunden lang „intensiv“ und ist einstimmig zur Platzierung der Planerteams gekommen. Die Erwartungen an die Ergebnisse seien hoch gewesen, sagte der Rathauschef. „Der Siegerentwurf schafft die beste Grundlage für die weitere Planung.“ Darauf könne man mit gutem Gewissen und vollem Engagement aufsetzen – trotz des Optimierungsbedarfs etwa beim Verkehr am Wette- und Stiegelplatz.

Läuft alles nach Plan – bestätigt zunächst der Gemeinderat das Ergebnis der Beurteilungskommission – erhält das erstplatzierte Planerteam weitere Aufträge und wird Anfang 2023 der erste Abschnitt der Stuttgarter Straße saniert. Er liegt zwischen der Kronenstraße, wo sich Edeka ansiedeln wird, und der Danziger Straße. Der Rathauschef sagte, er freue sich besonders, dass der Vollsortimenter mit dem Straßenraum eine Einheit werde. Das Thema begleite ihn schon fast zwei Amtszeiten, so Joachim Wolf.

Nach der Sanierung ist vor der Sanierung

Die beiden Bauabschnitte links und rechts vom ersten Abschnitt folgen. Zeitnah, versicherte der Bürgermeister mit erneutem Blick auf den Vollsortimenter: Da es lange dauerte, bis klar war, wo er gebaut wird und wer das wann tut, schob die Stadt auch die Sanierung der Stuttgarter Straße vor sich her. Rund fünf Millionen Euro investiert sie, um die Hauptverkehrsader von der Kreuzung Hauptstraße im Westen bis zu den Bahngleisen im Osten Münchingens – eine Strecke von rund 750 Metern – umzubauen, Wette- und Stiegelplatz inklusive. Die Modernisierung der Markgröninger Straße schließt die Sanierung der Ortsdurchfahrt ab.

Alle Entwürfe sind bis Sonntag, 5. Dezember, im Widdumhof ausgestellt. Die Bevölkerung kann von 15 bis 19 Uhr die Pläne und das Protokoll der Sitzung der Beurteilungskommission anschauen. Auch stellt die Stadt die Unterlagen auf www.korntal-muenchingen.de ein.




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