Nils Schmids Zwischenbilanz Er geht immer „auf Montage“ nach Berlin

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Seit rund zwei Jahren sitzt Nils Schmid für seine SPD im Bundestag. Der Wechsel von Stuttgart nach Berlin gefällt ihm gut.

Nils Schmid hat den Wechsel in die Bundeshauptstadt nicht bereut. Foto: Ines Rudel
Nils Schmid hat den Wechsel in die Bundeshauptstadt nicht bereut. Foto: Ines Rudel

Esslingen - Er macht keinen Hehl daraus, dass es ihm in Berlin ziemlich gut gefällt. Seit der letzten Bundestagswahl sitzt Nils Schmid als Nürtinger SPD-Abgeordneter im Deutschen Bundestag – und hat sich dort gleich auf sein Hauptinteresse, die Außenpolitik, gestürzt. Noch sei es zu früh, um über die erneute Kandidatur für die Wahl im Herbst 2021 zu reden, sagt er. Aber spätestens nach der Sommerpause werde er sich erklären. Wenn man Schmids Signale richtig deutet, werden sich die Nürtinger nach keinem neuen Kandidaten umsehen müssen.

Das Glück des Regierungsmitglieds

Anders als manche Kollegen, die sich als Novizen erst einmal ein gewisses Standing in Berlin erarbeiten müssen, hat Nils Schmid in seiner neuen politischen Karriere von seiner politischen Vergangenheit profitiert: „Man kannte mich aus meiner Zeit als stellvertretender Ministerpräsident und Finanz- und Wirtschaftsminister in Baden-Württemberg“, sagt er. Auch, dass gleich die Position des SPD-Sprechers im Auswärtigen Ausschuss frei wurde, hat ihm die Akklimatisierung erleichtert. „Natürlich ist es zudem einfacher, wenn man in der Regierung sitzt – und nicht in der Opposition“, sagt Schmid und lacht.

Aber nicht nur deshalb ist er überzeugt davon, dass es richtig ist, die Große Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode durchzuziehen. Auch wenn die Stimmung gegenüber der SPD im Land eher schlecht sei, werde seine Partei im kommenden Jahr unter anderem mit der Grundrente und dem Ausbau der Ganztagsgrundschulen zwei große Gesetzgebungsmaßnahmen auf den Weg bringen.

Nils Schmid stellt Investitionsimpulse in Aussicht

Auch die sich abzeichnende Wirtschaftsflaute stelle die Parteien vor große Herausforderungen. „Wir werden Investitionsimpulse aus der Politik brauchen“, ist sich Nils Schmid sicher und setzt als Antwort auf eine denkbare Krise auf die Sanierung und den Bau von Straßen, Schulen und auch Schwimmbädern.

Persönlich sei der Umstieg in die Bundespolitik schon eine erhebliche Umstellung gewesen, erzählt Schmid. „Ich gehe jetzt auf Montage“, verabschiede er sich immer von seiner Familie, wenn Sitzungswochen in Berlin anstehen. Auch die Zahl der Bürgeranfragen aus dem Wahlkreis seien deutlich gestiegen. Dabei stünden Fragen zur Rente, Pflege, dem Ausländerrecht und zu Problemen mit der Arbeitsagentur immer wieder im Mittelpunkt.




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